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My Sweet Home Filmkritik

My Sweet Home Filmkritik

Film
My Sweet Home
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-10-04 16:58:37
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Der einzige deutsche Wettbewerbsfilm der Berlinale, als Abschlussarbeit des seit zehn Jahren in Berlin lebenden Filippos Tsitsos an der Deutschen Film- und Fernsehakademie gedreht, macht sich mit einem zusammengewürfelten multikulturellen Haufen in einer Kreuzberger Kneipe auf eine ziemlich banale, aber mit entsprechenden Klischees auch spielende Heimat- und Glückssüche. Das babylonische Sprachgewirr fügt sich jedoch nicht zu einem überzeugenden Kammerspiel wie in Romuald Karmakars "Frankfurter Kreuz", sondern wirkt überinszeniert.

In der Szenebar "Globus" wollen ein in Berlin gestrandeter Amerikaner und die Deutsche Anke (Nadja Uhl) spontan ihren Polterabend feiern. Zu den Zufallsgästen zählen ein brasilianischer Schauspielschüler, zwei russische Straßenmusikanten, eine Portugiesin, zwei japanische Teenager, ein Ossi, ein marokkanischer Bauarbeiter, eine mit einem Deutschen verheiratete Koreanerin, Türken und die Band Balkan All Stars. Im Lauf des Abends pressen die Loser einander eine Mutprobe ab: Jeder soll seine Eltern anrufen und ihnen die Wahrheit über sein/ihr Leben erzählen. Der Bräutigam verschwindet, am Morgen stehen einige Gestrandete weiter im Regen, von Hochzeit ist keine Rede mehr. Von den Schauspielern überzeugen am ehesten Nadja Uhl in einer undankbaren Rolle als hartnäckige Glücksverfolgerin und Monika Hansen als ihre verbitterte Mutter. Die schönste Szene in der Arche Noah des sich wild aufgeregt gebenden Films hat der Ossi, der eine Mauerflucht nachspielt und zu einer Diskussion über die Höhe der Mauer anregt. Die exotische Gemeinde des Berlin- und Großstadtfilms könnte bei entsprechend interessiertem Publikum in Programmkinos Anklang finden. ger.

Copyright © www.kino.de 2008.



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