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Ein klassischer Konflikt - eine explosive Frau als Zündstoff zwischen zwei Männern - bildet den erzählerischen Rahmen des Regiedebüts von Steve Baigelman. Etwas unentschlossen sucht "Minnesota" dabei zwischen kriminellem Verliererdrama, schwarzer Komödie und sensibler Romanze seine Balance, ohne sie letztlich zu finden. Nicht Story oder Inszenierung, sondern die von Keanu Reeves prominent angeführte Besetzung bleibt somit der Trumpf dieses Erstlings bei seinem Vorhaben, Zuschauer für seine etwas sperrige Geschichte zu gewinnen.
Die Einflüsse der letzten Jahre, die publikumswirksamen Genrezwitter der Tarantino-Schule, sind im Drehbuch des Kanadiers unübersehbar. Aber im Unterschied zu den Vorbildern fehlt es dem Skript an einer clever konstruierten Story und an wirklich tauglichen Identifikationsfiguren. Sympathie entwickelt man nachhaltig weder für die abgebrühte Freddie (Cameron Diaz aus "Die Maske"), die von einem besseren Leben als Showgirl träumt, aber zur Begleichung ihrer Schulden vom Kleingangster Red (Delroy Lindo) in die Ehe mit dem tumben Buchhalter Sam (Vincent D'Onofrio) getrieben wird - noch für dessen Bruder Jjaks (Keanu Reeves), einen Knastveteranen, der den Verführungskünsten seiner Schwägerin bereits auf der Hochzeit erliegt und mit ihr das Weite sucht. Baigelman müht sich redlich, dieses Trio als Gestrandete eines tristen Lebens in Minnesota zu zeichnen, die sich an ihre letzte Chance für eine bessere Existenz klammern. Aber weder Milieu noch die Verzweiflung der Figuren überzeugen, zumal Baigelman sie in einen unglaubwürdigen, nur in wenigen Momenten absurd-komischen Plot verstrickt, in dem der eifersüchtige und bestohlene Sam seine untreue Frau über den Haufen schießt, die Leiche bei seinem schlafenden Bruder deponiert, der wiederum am nächsten Morgen nach überstandener Überraschungsvisite der Cops den leblosen Körper in einem Wäldchen zu vermeintlich ewiger Ruhe bettet. Schwer nachvollziehbar, wie dieses doch unausgereifte Drehbuch, das mehr schräg sein will als es tatsächlich ist, Prominenz wie Keanu Reeves, Delroy Lindo oder Newcomerin Cameron Diaz für dieses Projekt einnehmen konnte. Der vorliegende, auch in seinen Dialogen oft blasse Film läßt jedenfalls kaum Rückschlüsse darauf zu und erweist sich trotz einiger lichter Momente insgesamt als Enttäuschung. kob.
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