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Marko Doringer räumte mit seiner so ehrlichen wie komischen Doku-Forschungsreise zum Lebensgefühl einer ganzen Generation zahlreiche Preise ab.
Vor zehn Jahren zog Doringer von Österreich nach Berlin und hatte große Pläne. Es änderte sich - nichts. Er wurde lediglich älter und am 30. Geburtstag fiel seine Bilanz ohne Habenseite aus: Kein Studium, keine Berufsausbildung, kein Haus, kein Geld, keine Familie oder Freundin. Die Jugend war zu Ende, das Leben des Zukunftsverweigerers mit Existenzängsten aber wollte einfach nicht anfangen. Nun sucht er Antworten auf seine Probleme - oder zumindest Leidensgenossen. Also zieht dieser Herr Lehmann los, besucht seine (früheren) Freunde, die Verflossene, Eltern und Großeltern, schaut sich das Leben der anderen ganz genau an und fragt ungezwungen, aber ernsthaft nach dem Sinn - im Großen wie im Kleinen.
Die Kamera hat er dabei immer geschultert, weshalb er nicht nur als Off-Erzähler räsonniert, sondern die Doku quasi aus der Ich-Perspektive entsteht: Alle Leute reagieren, als seien die Zuschauer mit ihnen in einer direkten Gesprächssituation - ein erstaunlicher Effekt. Einzige Ausnahme sind seine Psychotherapiesitzungen, hier filmt sich Marko Doringer mit sichtlichem Unbehagen selbst. So liefert er das (Selbst)Porträt seiner Generation ab, nachdenklich und selbstironisch. Er folgt den Biografien von Modedesignerin Katha, Sportjournalist Martin und Manager Tom geraume Zeit, so entfalten sich deren Lebensgeschichten wie in einem Entwicklungsroman. Alle Menschen begegnen ihm mit Sympathie und Offenheit. Seine gleichaltrigen Freunde, die Selbstverwirklicher, kämpfen täglich um ihr Glück, machen Karriere, werden schwanger, bringen Opfer, orientieren sich beruflich neu - doch Zweifel bleiben. Auch ihre Sinnsuche läuft auf Hochtouren und zeitigt keine großen Antworten, sondern nur die nahe liegenden Alternativen. So muss sich am Ende selbst der Regisseur eingestehen, irgendwie glücklich zu sein - nachdem er anmaßende Versuche mancher, ihm sein Leben vorzuschreiben, überstanden und durch die Erlebnisse anderer erfahren hat, dass er mit seinen Fragen in dieser therapeutischen und zurecht mehrfach ausgezeichneten Dokumentation nicht allein ist.
tk.
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