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Lebenslänglich Filmkritik

Lebenslänglich Filmkritik

Film
Lebenslänglich
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-01-06 17:14:11
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Die beiden auf obzöne Redeschwälle spezialisierten Komiker Eddie Murphy ("Dr. Dolittle") und "Bad Boy" Martin Lawrence ("Nix zu verlieren") werden in Ted Demmes unterhaltsamer, wenn auch nicht immer allzu realitätsnaher Kittchenkomödie durch eine grausame Schicksalsfügung dazu verurteilt, widerwillig Freunde auf Lebenszeit zu werden. Die von Murphy - der zudem mit Langzeit-Partner Brian Grazer von Imagine als Produzent fungierte - konzipierte Story umspannt 55 Jahre im Leben dieses ständig streitenden Odd Couples, wobei sich die erwartungsgemäßen und vollmundig servierten Gags mit untypischen sentimentalen Momenten abwechseln - wie es sich für ein Generationen umfassendes Epos gehört, das diese Genreform gleichzeitig umarmen und durch den Kakao ziehen will.

Der windige Kleinganove Ray Gibson und der steife zukünftige Bankangestellte Claude Banks treffen anno 1932 in einem Harlemer Nachtclub aufeinander. Beide schulden dem Clubbesitzer (Funk-Legende Rick James) Geld und sollen daher für ihn eine Truckladung mit illegalem Schnaps aus Mississippi transportieren. Statt dessen landen sie nach dem ersten Drittel des Films lebenslänglich im Knast für einen Mord, den sie nicht begangen haben. Das Südstaaten-Gefängnis und die einhergehende Knochenarbeit im Feld dient als Sklaverei-Allegorie, wobei jedoch auf übermäßige Brutalität verzichtet wurde (auch wenn schon mal die Gewehrkolben und Fäuste zum Einsatz kommen). Selbst der Aufseher (Nick Cassavetes) entpuppt sich als ganz umgänglich, gewährt seinen Häftlingen schon mal Damenbesuch und hat auch gegen Schnapsgenuß, Baseball und Kartenspielen nichts einzuwenden. So bilden die buntgemischten Insassen (das Figurenspektrum vom klobigen Riesenkerl zur memmenhaften Tunte wird voll abgedeckt) eine große, glückliche Familie - außer wenn Ray und Claude gerade mal wieder auf Kriegsfuß miteinander stehen. Trotz mehrfacher, fehlgeschlagener Fluchtversuche geben sie die Hoffnung nie auf, eines Tages doch entkommen zu können.

Wie nicht anders bei einem Jahrzehnte umfassenden Projekt zu erwarten, verfügt Ted Demmes ("Beautiful Girls") Inszenierung über episodenhaften Charakter. Sprunghaft rückt er durch die Dekaden und illustriert den Lauf der Zeit wie in einem afroamerikanischen "Forrest Gump" mit historischen Clips von Malcolm X über Nixon bis zu Jimi Hendrix. Nachdem Rick Baker Eddie Murphy bereits vor drei Jahren mit seinen Makeupkünsten überzeugend zum "verrückten Professor" mal sieben machte, war er auch hier dafür zuständig, den Alterungsprozeß der Protagonisten mit Hilfe allerhand Latex überzeugend zu gestalten. Da mögen Murphy und Lawrence nicht immer überzeugend vergreisen, dennoch laufen sie zu echter Hochform erst auf, wenn ihre ungebrochenen Figuren in ihrer tattrigen Inkarnation den nötigen Tiefgang bekommen. Exponentiell zum Alter nimmt auch die Qualität und Wirkung ihrer unablässigen Schimpfwortlitaneien zu. Entsprechend enthusiastisch war der Urteilsspruch des amerikanischen Publikums: Mit 20,3 Mio. Dollar Startwochenendeinspiel bescherten sie diesem mal würzigen, mal etwas faden Gefängniseintopf den besten April-Start in der Geschichte. In Deutschland, wo Murphy und Lawrence eine große und treue Fangemeinde haben, dürfte "Life" ebenso zahlreiche Freunde fürs Leben finden. ara.

Copyright © www.kino.de 2007.



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