Wer von Wim Wenders und Ry Cooders "Buena Vista Social Club" angetan war, der wird auch die etwas vorher entstandene Musikdokumentation von Sonia Herman Dolz zu schätzen wissen. Die Regisseurin begleitete von Mai 1997 an die fünf alten Herren der Son-Formation. "Vieja Trova Santiaguera" bei ihren Vorbereitungen für ihre Europa-Tournee und bei ihren Auftritten in London und in Barcelona. Sie beobachtete das Quintett bei lockeren Gesprächen und beim erinnerungsseligen Schwärmen in Hotelzimmern, wo die Fünf aus sich heraus gehen und die interessantesten Geschichten preisgeben.
Das Gruppenporträt mit Musik ist liebvoll, sensibel und mit viel Mitgefühl fürs Älterwerden ein Perle des Dokumentarismus. Sonia Herman Dolz hat das Glück, dass diese seit Jahrzehnten zusammen spielenden Herren rechte Plaudertaschen und richtige Schwerenöter sind, die mit jedem zweiten Satz erotische Erinnerungen heraufbeschwören und selbstironisch, melancholisch und immer mit einem Lächeln auf den Lippen entsprechende Interessen verfolgen. Die Konzerte der Formation laufen in angenehm entspannter Atmosphäre ab und zeigen, wie Musizieren das Alter überwindet.
Zwischendurch fängt die Kamera Impressionen aus Havanna ein, in denen die wunderbaren alten Ami-Schlitten ebenso ins Bild kommen, wie die auf den Straßen tanzenden Bewohner Kubas natürliche Lebensfreude vermitteln. Die schönste Szene ist der Besuch der Männer auf dem Highgate-Friedhof in London, wo sie "Carlos Marx" die Ehre erweisen (eine Szene, die ähnlich in Mike Leighs "High Hopes/Große Erwartungen" 1989 auftauchte). Der Titel verweist auf die schwarzen Tränen des Schmerzes, die neben erfüllter und versagter Liebe in den Texten der Lieder zwischen Salsa und Swing konstant auftauchen; von Opas mit Charme interpretiert. ger.
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