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Kismet - Würfel dein Leben Filmkritik

Kismet - Würfel dein Leben Filmkritik

Film
Kismet - Würfel dein Leben
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2006-02-13 20:16:26
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Nach seiner Premiere auf dem Filmfest München 2002 findet Lars Kraumes vom Süddeutschen Verlag produzierte, filmische Experiment dank der ersten Verleihaktivität der Produktionsfirma Film1 nun doch noch seinen Weg in die Kinos. "Kismet - Würfel Dein Leben!" verfolgt zwei junge Menschen auf einer Europareise, bei der jeder weitere Schritt durch das Zufallsprinzip, sprich: durch Auswürfeln, entschieden wird. Der innovative Mix aus fiktionalen und dokumentarischen Elementen sowie die Tatsache, dass die Idee zu diesem Film aus der Redaktion des jetzt-Magazins, der inzwischen eingestellten Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, stammt, dürfte beim studentischen Publikum auf Interesse stoßen.

Zwei Menschen, die sich nicht kennen, verbringen eine Woche miteinander, reisen durch Europa und fällen dabei jede Entscheidung mit Hilfe eines Würfels. Vorher wird lediglich festgelegt, welche Zahl für welche Entscheidung steht. Diese Idee stammte ursprünglich vom "Crazy"-Autoren Benjamin Lebert, der dieses Experiment für das jetzt-Magazin durchgeführt hatte. Schließlich schickte Grimme-Preisträger Lars Kraume ("Dunckel") im Jahr 2001 mit minimalem Budget, kleinstmöglicher Crew und handlicher DV-Kamera die Berliner Radio-Moderatorin Caroline Korneli und den Filmstudenten David Sieveking auf eine Reise ins Ungewisse. Dabei bestimmt der Würfel mal die Art des Transportmittels, mal die Form der Übernachtung, dann wieder sagen die Zahlen, auf welche Weise man zu Geld (damals noch D-Mark) kommen oder welche spektakulären Aktionen man durchführen könnte. Und so landen die beiden vom Schicksal gesteuerten Twens nach Brote schmieren für die Zeugen Jehovas und der Sabotage einer Kinovorführung schließlich in der Schweiz, um schweizerdeutsch zu lernen.

"Kismet" funktioniert so lange gut, so lange man glaubt, dass das, was geschieht, tatsächlich zufällig geschieht. Großen Anteil daran haben die beiden Protagonisten, die - bei einem Besuch Davids in Carolines Radiosender - ihre Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen. Doch "Kismet" ist nur zum Teil Dokumentation, denn in manchen Szenen begegnen David und Caroline - ohne es zu wissen - professionellen Schauspielern und schon ist die schöne Illusion vom Zufallsprinzip zerstört, den Rest besorgt der Schnitt. Trotzdem schade, dass "Kismet" wohl ein Zufallsprodukt in unserer doch eher experimentierfeindlichen Filmlandschaft bleiben wird. lasso.

Copyright © www.kino.de 2006.



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