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King George - Ein Königreich für mehr Verstand Filmkritik

"King George - Ein Königreich für mehr Verstand" Filmkritik

Film
King George - Ein Königreich für mehr Verstand
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2006-02-13 20:02:26
Bewertung
4/5 4 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Das englische Königshaus sorgt nicht erst seit jüngerer Vergangenheit für deftige Skandale. Den Beweis dafür tritt der historische Kostümfilm "The Madness of King George" an, der sich seit seinem US-Start am 28. Dezember in knapp 300 Kinos mit einem fantastischen Kopienschnitt und einem Gesamteinspiel von bisher über 9,6 Mio. Dollar zum Sleeperhit mauserte. Vier Oscar-Nominierungen in den Kategorien bester Hauptdarsteller (Nigel Hawthorne als King George), beste Nebendarstellerin (Helen Mirren als Königin), bestes adaptiertes Drehbuch und beste Ausstattung sind ein weiterer Publikumsanreiz, sich die opulent ausgestattete Tragikomödie anzusehen. Der englische König George III. regiert bereits seit über 30 Jahren, als er im Jahre 1788 von einer geheimnisvollen Krankheit befallen wird, die zu kurzfristiger geistiger Umnachtung führt. Das Verhalten des anfangs respektablen Regenten mutet zunächst lediglich exzentrisch an, doch als er sich zunehmend bizarrer gebärdet, wird seine Geisteskrankheit offenbar. So weigert er sich, den Verlust der amerikanischen Kolonien anzuerkennen, gibt wirres Zeug und Obszönitäten von sich, stürzt sich vor den Augen der liebenden Gattin Charlotte (von Mirren sensibel-ergreifend porträtiert) auf deren Hofdame, erledigt seine Verdauungsgeschäfte in der Öffentlichkeit. Der Hofarzt unterzieht ihn nun einer brutalen Roßkur, die jedoch nicht fruchtet. Derweil brodeln die Intrigen, und die Opposition versucht den Prinz von Wales (Ruppert Everett superb als schleimig-verweichlichter Thronfolger) an die Macht zu bringen. Unter den disziplinarischen Fittichen des unkonventionellen Dr. Willis (Ian Holm) bessert sich der Zustand des derangierten Royals nur geringfügig - erst das Zitieren aus Shakespeares König Lear rüttelt George aus seiner Umnachtung. Geheilt kehrt er an den Hof zurück und präsentiert sich und seine wiederhergestellte "Musterfamilie" der jubelnden Bevölkerung. Regisseur Nicholas Hytner, der auch die Bühnenversion inszenierte, kann bei seinem glanzvollen Leinwanddebüt mit einem cleveren Skript, das den Geisteszustand des Königs mit dem Zustand der Monarchie vergleicht und die Königsfamilie vermenschlicht, sowie mit hervorragenden Schauspielern arbeiten. Besonders beeindruckend ist die mitreißende Darstellung Hawthornes, der die Rolle bereits ausgiebig am Royal National Theater erprobte. Die Kostüme und die Ausstattung sind vom Feinsten und runden das grandiose Epos ab, das auch in Deutschland seine geneigten Zuschauer fin-den wird - auch wenn man beim hiesigen Kinostart im November kaum mehr von den Oscar-Nominierungen zehren können wird. ara.

Copyright © www.kino.de 2006.



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