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Jeder ist ein Star! Filmkritik

Jeder ist ein Star! Filmkritik

Film
Jeder ist ein Star!
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2006-08-31 15:59:07
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Die Faszination des Show Business und der Zynismus der Medienwelt ist für den belgischen Regisseur Dominique Deruddere Anlass, zu einem gleichermaßen witzigen und rührenden Melodram, wie es einst die Poeten des Neorealimus auf die Leinwand zu zaubern verstanden. Ein Teenager möchte ein Schlagerstar werden, und der Vater will seiner zum allem Unglück auch noch physisch ziemlich schwergewichtigen Tochter dabei helfen, um jeden Preis. Genau der richtige Film für ein "Brot und Tulpen"-Publikum.

Menschen wie du und ich, aber doch erzählerisch ein wenig aus den Angeln gehoben und zugespitzt auf eine schnurrige Geschichte, in der sich so mancher Zuschauer mehr oder weniger heimlich wieder erkennen mag: das Schöne ist, dass Deruddere seine Figuren nicht denunziert, nicht vorführt, nicht der Lächerlichkeit preis gibt, sondern mit großer Zärtlichkeit von innen erzählt. Der Traum, dem grauen Alltag zu entfliehen und im Rampenlicht als großer Star zu stehen, ist derzeit weiter verbreitet als man auf den ersten Blick annehmen mag. Und Karaoke ist nach wie vor eine der populärsten Möglichkeiten, den Absprung in eine Karriere zu versuchen und vielleicht ja auch zu schaffen. Jedenfalls träumt die pummelige 17-jährige Marva davon, die mit viel Inbrunst und wenig Erfolg fast jedes Wochenende als Madonna-Double auftritt. Vater Jean, Fabrikarbeiter und gerade arbeitslos, will unbedingt, dass Marva es einmal besser hat. Er komponiert ihre Songs - auf ein höchst eigenwillige Art: er singt die Melodie und nimmt sie mit einem einfachen Kassettenrecorder auf. Und er hat plötzlich einen wahnwitzigen Einfall, den er zusammen mit seinem jungen Kollegen Willy realisiert: die Entführung der bekannten Sängerin Debbie. Der in solchen Fällen einsetzende Werbeeffekt nimmt gigantische Ausmaße an mit einem rasanten Anstieg der Plattenverkäufe von Debbie, was deren Manager wiederum überglücklich macht. Dominique Deruddere setzt nun mit fast britisch schwarzem Humor spielerisch zur nächsten Volte an. Frei nacht dem Motto: mitgehangen, mitgefangen. Jean will ein richtiger Gangster sein, wird dann aber doch schwach und geht auf einen Deal mit Debbies Manager ein: der verspricht, Marva zum Star zu machen, wenn Jean auf das Lösegeld verzichtet. Die Turbulenzen, die daraufhin ausgelöst werden, sind so absurd, wie sie nur das Leben eines guten Geschichtenerzählers schreiben kann. Und der ist Dominique Deruddere allemal. Das hat sogar die Hollywood-Academy erkannt und seinen Film mit einer Oscar-Nominierung geadelt. fh.

Copyright © www.kino.de 2006.



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