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Nach dem "kleinen Eisbär" geht nun mit Pinguin Jasper ein weiteres Polartier in einem von Filmzitaten gespicktem Animationsabenteuer auf Erstkinogängerfang.
Deutsches Animationskino für die ganz jungen Filmfans ist derzeit durchaus gefragt und auch erfolgreich, sofern die Werke auf eingeführten Marken basieren. In diesem Jahr geht nach "Prinzessin Lillifee" und "Mullewapp - Das große Kinoabenteuer der Freunde" nun der kleine Pinguin "Jasper" ins Rennen. Kindergartenkinder kennen ihn als Teil des Programms der "Sendung mit der Maus", sind also mit dem antarktischen Vogel bereits bestens vertraut. Eckart Fingberg, der schon die 52 jeweils fünfminütigen TV-Episoden als Autor verantwortet hat, führt nun gemeinsam mit dem für die CGI-Effekte zuständigen Kay Delventhal erstmals auch Regie. Dabei kam es bei "Jasper und das Limonadenkomplott" insbesondere darauf an, Look und Charaktere der Fernsehserie beizubehalten und diese in eine tragfähige Spielfilmhandlung einzubetten. Dies ist auch ganz gut gelungen. Kaum beginnt sich der kleine Jasper in seiner winterlichen Heimat zu langweilen, gerät er schon auf einen Luxusdampfer, wo er zum einen die kecke Kapitänstocher Emma kennen lernt, zum anderen dem komischen Paradiesvogel Kakapo helfen soll. Dieser behauptet, der zwielichtige Limonadenfabrikant Dr. Block hätte wertvolle Eier aus seiner Kolonie geklaut, mit denen er Böses im Schilde führt: nämlich eine Brause brauen, die alle Kinder dieser Welt gefügig und willenlos macht. Dieses verbrecherische Unterfangen müssen Jasper, Kakapo und die kleine Emma natürlich verhindern.
Klare, sehr einfache Animation und eine simpel strukturierte Story deuten darauf hin, dass Fingberg und sein Team den Erstkinogänger als Zielgruppe fest im Visier haben. Gleichzeitig erweisen sich die "Jasper"-Macher aber auch als große Filmfans und zitieren Naheliegendes wie die Doku "Die Reise der Pinguine" (in der Anfangssequenz) oder "Der kleine Eisbär" (den Plot betreffend). Aber auch ein Fitnessprogramm im "Rocky"-Stil und ein Abseilakt à la "Mission: Impossible" sorgen für Spaß und Spannung. Schade nur, dass durch Schwarzblenden der episodenhafte Charakter der Geschichte noch betont wird. Für manche etwas nervig-schrill ist die von Malte Arkona gesprochene Stimme von Jasper, während Rufus Beck als Kakapo mit dem Song "Ich bin so furchtbar traurig" seine Sangesqualitäten unter Beweis stellt und Christoph Maria Herbst gewohnt souverän den fiesen Dr. Block synchronisiert. Letzterer steht auch im Zentrum der vielleicht schönsten Sequenz des Films, als zu surrealistisch anmutenden Bildern das teuflische Dr.-Mabuse-Labor des Limonadenmannes mitsamt seiner "Essenz des Grauens" in die Luft fliegt. lasso.
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