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James Bond 007: Der Morgen stirbt nie Filmkritik

James Bond 007: Der Morgen stirbt nie Filmkritik

Film
James Bond 007: Der Morgen stirbt nie
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-06-09 17:52:26
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

"Mein Name ist Bond, James Bond, den Rest kennen Sie!" Wer so lakonisch selbstbewußt im Trailer sein neuestes Abenteuer ankündigt, ist sich einer großen Fangemeinde sicher, die auch den 18. Kinoeinsatz der Kult-Doppelnull als gelungen verbuchen wird. Bonds wie immer auch auf intimer Ebene ausgetragenes Duell gegen einen Medienmagnaten, der zur Vergrößerung seines Machtnetzes Krieg zwischen China und Großbritannien schürt, ist technisch perfekter inszeniert als der Vorgänger "Goldeneye" und darf, auch dank einer relativ hohen Trefferquote amüsanter Oneliner, mit einem ähnlich hohen Zuschauerzuspruch rechnen.

"Der Morgen stirbt nie" beginnt mit dem traditionellen Action-Entree vor den Titeln, in dem Bond am Khyber-Paß Waffenschiebern das Geschäft verdirbt und nach einer riskanten Jet-Jagd durch zerklüftetes Bergterrain einen Killer im Nacken per Schleudersitz in die Maschine über ihm katapultiert. Den Feind hat er abgeschüttelt, aber die Zuschauer am Hals, denn zu Sheryl Crows Titelsong folgen diese amüsiert in die gewohnt elegante, von räkelnden Silhouetten-Girls dekorierte Creditsequenz. Danach werden ohne viel Aufhebens die Fronten in dieser 100 Mio. Dollar teuren Materialschlacht zugewiesen. Auf der einen Seite der macht- und profitgierige Medienmogul Eliott Carver (Jonathan Pryce, zuletzt Juan Peron in "Evita"), der mit seinem fürs Radar unsichtbaren U-Boot einen möglichen Krieg zwischen Großbritannien und China schürt, um dann im neu-revolutionären Reich der Mitte exklusive Medienrechte zu erhalten. Natürlich hält der britische Geheimdienst von einem solchen Alleingang nichts und schickt seinen besten Mann ins Rennen gegen die Zeit, bevor militärische Hohlköpfe ihr Recht auf Kriegsspiele einfordern. In Hamburg stellt Bond schließlich rasant den Kontakt zu Carver und dessen Frau, Bonds ehemaliger großer Liebe, her. Ein relativ kurzer Auftritt von Teri Hatcher ("Zwei Tage L.A."), die im Unterschied zu ihrem Fernseherfolg als Lois Lane hier ihren Supermann nicht halten kann. Bonds Zorn nach Hatchers tödlicher Ausmusterung muß Vincent Schiavellis witzig-selbstverliebter Killer ausbaden, von dem man gerne mehr im Film gesehen hätte. Carvers Schmutz erledigt statt dessen Götz Otto als gebleichter Terminator - eine Hommage an Lotte Lenyas Prügelknaben Red Grant in "Liebesgrüße aus Moskau". Obwohl nicht ohne destruktives Talent, kann Otto Famke Janssens Charisma aus "Goldeneye" allerdings nicht das Wasser reichen. Das eigentliche Bond-Girl, die chinesische Agentin Wai Lin, ist schon durch die filmische Vergangenheit von Hongkong-Star Michelle Yeoh ein Gegenentwurf zum passiven Modepüppchen und liefert sich mit Mitstreiter Bond ritualisierte Kämpfe um die Führung beim Action-Tanz. Bei der Leistungsschau von Bonds ferngesteuertem BMW (dem besten Gimmick des Films) in einem Hamburger Garagenlabyrinth, bei der 007 (zum vermutlich schweigenden Entsetzen von Q) seinen kindlichen Spieltrieb voll auslebt, ist Yeoh nicht mit von der Partie. Wohl aber bei der turbulenten Motorrad-Hetzjagd über die Gassen und Dächer Saigons, in deren Anschluß Yeoh ihr vom Film nicht ausgeschöpftes, athletisches Kampf-Talent zeigen darf. Frauen haben es überhaupt schwer mit diesem überaktiven und dominanten Bond, der bis auf amouröse Kurzeinsätze bei Hatcher und einer dänischen Affäre keine Zeit für sein liebstes Hobby findet. Weil wieder einmal Moneypenny mit dem besten Oneliner des Films ("you always were a cunning linguist") zur Eile mahnt. Und so werden auch im Kino die Zuschauer-Millionen nicht lange auf sich warten lassen. kob.

Copyright © www.kino.de 2008.



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