Satire über eine Teenagerin, die unter radikalen Feministinnen neue Lebensziele und sich selbst findet.
"Weil ich ein Mädchen bin", ist für Regisseurin Jamie Babbit nicht verunsicherungsmotivierte Rechtfertigung, sondern selbstbewusste Standortbestimmung. In ihrem gleichnamigem Debüt belustigte sie sich über verkrustetes Rollenverständnis und absurde sexuelle Umerziehungsprozesse, die gleichgeschlechtlich Verirrte wieder auf Kurs bringen sollen. Auch ihr zweiter Kinofilm ist eine Satire über den Bewusstwerdungsprozess einer Teenagerin, ergänzt durch eine stärker betonte, augenzwinkernd präsentierte kämpferische Note.
Protagonistin Anna (Melonie Diaz aus "Abgedreht") hat gerade eine gescheiterte Beziehung hinter und die Heirat ihrer Schwester vor sich, die Anna in der Familie zur ignorierten Randfigur macht. Als Anti-Depressivum rät ihr die Kollegin aus der Praxis des Schönheitschirurgen, für den beide arbeiten, zur Brustvergrößerung. Doch Anna entdeckt eine weniger invasive Alternative zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Sadie (Nicole Vicius aus "Last Days") führt sie in eine Gruppe feministischer Guerilleras ein, die der maskulinen Selbstherrlichkeit den Kampf angesagt haben. Die Rebellion umfasst konspirative Körperkorrekturen von Schaufensterpuppen, das Aufstellen von Statuen (Politaktivistin Angela Davis), aber auch die Verweigerung sexistischer Dekorationssymbole - wie den rosa Einheits-BH, den Anna auf Wunsch der Schwester zur Hochzeit tragen soll. Parallel zu diesen Girl-Power-Aktionen, die man nicht ernster nehmen muss, als dies Babbit selbst tut, werden in der Gruppe typische beziehungsdynamische Prozesse gezeigt. Es gibt Fremdgehen und Eifersucht, schwache Frauen, die sich nicht behaupten können, und starke, die Kontrolle ausüben - vertraute Verhaltensmuster, die liebenden Frauen bei weniger aufgeschlossenen Zuschauern das Etikett des Exotischen nehmen. Berührungsängste sind ohnehin unbegründet, denn Babbits Film will nicht aggressiv attackieren, sondern mit ein paar satirischen Spitzen amüsieren. Das Ende allerdings wird auch den Vorbildern, den "Guerilla Girls" aus New York imponieren, die schon Billboards mit "anatomisch korrekten" Oscarfiguren aufstellten und auf Fake-Postern für feministische Filme warben, in denen "Vorzeigefiguren" wie Pamela Anderson die Hauptrollen spielten. kob.
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