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Ich beide & sie Filmkritik

"Ich beide & sie" Filmkritik

Film
Ich beide & sie
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2009-06-08 17:50:39
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Nach "Dumm und Dümmer" und "Verrückt nach Mary" arbeitet Gummigesicht Jim Carrey nun zum drittenmal mit den Farrelly-Brüdern und verhilft ihnen dank seiner beeindruckenden Schauspielleistung mit 24,2 Mio. Dollar zu ihrem bislang besten Startwochenendeinspiel. Als Motorradpolizist mit gespaltener Persönlichkeit hat Carrey in dem obligatorisch tabubrechenden Gagfest ausgiebig Gelegenheit, sein unglaubliches Slapstick- Komikertalent zur Schau zu stellen, mit dem er das Publikum (das um den ambitionierten "Der Mondmann" weitgehend einen Bogen machte) mit links auf seine biegsame Seite ziehen kann.

Der Prolog zeigt Cop Charlie am Beginn seiner vielversprechenden Karriere beim Polizeiamt von Rhode Island. Seine Probleme beginnen damit, dass ihn seine Frau wegen eines schwarzen Liliputaners verlässt (seines Zeichens Limousinenchauffeur und hochintelligenter Akademiker) und ihm ihre schwarzen Drillinge hinterlässt. Charlie schluckt die Demütigung und macht gut gelaunte Miene zum gemeinen Spiel, dem er täglich ausgesetzt ist. Da niemand den freundlichen und viel zu weichen Simpel für voll nimmt, trampelt die gesamte Gemeinde - vom derben Nachbarn zum kleinen Gör - nach Belieben auf ihm herum, ohne dass er sich jemals zur Wehr setzen würde. Doch eines Tages (seine Söhne, mit denen er sich blendend versteht, sind mittlerweile 18 und haben sich zu Unigenies entwickelt, obwohl sie sich im derbsten Profanslang miteinander verständigen) läuft das Fass über: Charlies Alter Ego Hank tritt zum Vorschein. Hank spricht im rauhen Dirty-Harry-Flüsterton und geht grundsätzlich sofort in die Offensive - sowohl verbal als auch körperlich. Ob es gegen eine Horde von Rednecks, harmlose Kinder oder Behinderte geht, Hank ist das einerlei: Er ist der gnadenloseste Rüpel, den man sich vorstellen kann. Just zu diesem Zeitpunkt tritt die süße Irene (Renee Zellweger, die schon Tom Cruise in "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" weiche Knie bescherte) in sein Leben. Die wird durch ihren Exfreund unwissentlich in eine Verbrecherorganisation verwickelt und soll von Charlie nach New York eskortiert werden. Da ihr nicht nur die Gangster, sondern auch korrupte Cops auf den Fersen sind, wendet sie sich hilfesuchend an den vertrauenserweckenden Charlie. Doch sie hat dabei nicht seine andere Hälfte Hank einkalkuliert, der immer häufiger die Oberhand gewinnt. Weil beide ein Auge auf sie geworfen haben, nimmt ein abwechselnd romantischer und rabiater Road Trip mit brüllend komischen Konsequenzen seinen Lauf.

Mit "Verrückt nach Mary" setzten die Farrellys neue Maßstäbe, was den Ekelquotienten kruder Witze anbetrifft. Auch in "Ich, beide & sie" lässt sich das Brüderpaar nicht lumpen. Sexspielzeug, Behinderte, ein Albino, eine Kuh, Federvieh und natürlich alle zur Verfügung stehenden Körperöffnungen erweisen sich in schneller Abfolge als steter Quell der Heiterkeit. Doch als Highlight müssen Carreys unglaubliche Verrenkungen und Grimassen genannt werden, vor allem wenn seine beiden Persönlichkeiten sich beim Showdown gegenseitig ans Hemd gehen. Als Trumpfass erweisen sich Anthony Anderson, Mongo Brownlee und Jerod Mixon, die die drei genialen, übergewichtigen Söhne des Weichei-Cops spielen. Die Lacher sind garantiert, wenn sie Algebra und Quantenphysik diskutieren und doch jeder zweite Satz mit Obzönitäten angefüllt ist. Der Soundtrack bietet energetische Steely-Dan-Coverversionen von Bands wie Foo Fighters und Smashmouth, doch fügt sich die Musik nicht immer so fließend in die Gagparade wie gewohnt, die - auch das muss vermerkt werden - ungleich bemühter wirkt als die vorangegangenen Farrelly-Späße. Der Heiterkeit tut das allerdings keinen Abbruch. ara.

Copyright © www.kino.de 2009.



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