Blickfang Jessica Alba ist alles andere als ein "invisible girl": Ob als Badenixe in "Into the Blue" oder laszive Sünde in "Sin City" - Hollywoods heißester Nachwuchsstar veredelt jeden Film. Dass sie mehr kann, als zu verführen, beweist dieser Ausflug ins Psychogenre, in dem sie mit einer intensiv gespielten Performance überzeugt. Die leisen Akzente sind es, die dem Gruselschocker seine wahren Qualitäten verleihen - neben einigen verflucht fies orchestrierten Gänsehautmomenten.
Auch sonst sorgte Produzent Tom Cruise dafür, dass es nicht an frischen, vielversprechenden Talenten mangelt: Die Vorlage hierfür lieferten vor einigen Jahren die Pang-Brüder. Sie begründeten mit dem spannenden Thriller ihren internationalen Ruf, der sie schließlich selbst nach Hollywood führte ("The Messengers").
Zu zwei Fortsetzungen und einem indischen Remake gesellt sich nun also das amerikanische, und das hat einen weiteren unschlagbaren Vorteil: Das junge französische Regie-Duo namens David Moreau und Xavier Palud, die mit "Them" zeigten, wie man sein Publikum mit geringen Mitteln das Fürchten lehrt - ganz ohne Blutvergießen und Effekt-Overkill. Solcherlei Tugenden stehen einem Film gut, der ganz auf Atmosphäre setzt und sorgfältig für schleichendes Grauen sorgt.
Der Albtraum beginnt für die blinde Violinistin Sydney (Alba), die bei einem tragischen Unfall in ihrer Kindheit das Augenlicht verlor, mit einem medizinischen Wunder, das sie aus der Dunkelheit reißen soll. Eine Hornhauttransplantation soll sie wieder sehen lassen. Nach der erfolgreichen Operation erholt sie sich im Krankenhaus, erkennt anfangs nur Umrisse wie den ihrer Schwester Helen (Indie-Ikone Parker Posey, "Superman Returns"), die sie zu der Operation überredet hatte.
Bald schon bereut Sydney den Eingriff, sieht sie doch entschieden mehr als andere: Mysteriöse Schatten, die es angeblich gar nicht gibt, tauchen in unmittelbarer Nähe auf. Verstörende Gestalten wachsen daraus hervor und erweisen sich als handfeste Bedrohung, die sie hartnäckig verfolgen.
Sind die Geister Ausgeburt ihrer überforderten Psyche oder grauenhafte Realität, die nur sie wahrnimmt? Psychiater Dr. Faulkner (Alessandro Nivola aus der "Goal!"-Reihe) behauptet natürlich ersteres. Doch auch wenn Sydney an ihrem Verstand zweifelt, ist eines klar: Sie hat das Tor zu einer furchtbaren Welt geöffnet, die ihre private Hölle zu werden droht. Es gibt nur einen Ausweg - sie muss herausfinden, wer die Organspenderin war, deren Augenlicht sie erhalten hat.
Auch wenn man es bis dahin noch nicht für möglich gehalten hat: Die Schockmomente sind noch steigerungsfähig, wenn Sydney einer heißen Spur nach Mexiko folgt. Sexidol Jessica Alba entwickelt den sechsten Sinn, Tote zu sehen, und sorgt für Gänsehaut bei ihrer Fangemeinde - eine sehenswerte Überraschung!
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