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Turbulente und herrlich politisch unkorrekte deutsch-türkische Geschichten um vier Paare, vier Probleme und zwei Hochzeiten.
Liebe im Multikulti-Milieu, nicht gerade die einfachste Übung. Da kann rund um dieses Berliner Hochhaus so mancher ein Lied von singen. Aber nichts ist unmöglich in Sinan Akkus Komödie, die kein Fettnäpfchen auslässt und mit allen Vorurteilen spielt. Ob Türke, Kurde oder Deutscher, jeder muss Lehrgeld zahlen. Da sind Dirk und Özlem, die heiraten möchten und mit ihren Plänen bei ihren Eltern auf Granit beißen, seine Öko-Eltern finden Ehe spießig und Özlems Eltern wollen nur einen zum Islam konvertierten Schwiegersohn. Der Radiomoderator Coskun will unbedingt den Bund fürs Leben mit einer türkischen Alevitin schließen, deren Vater will seine Tochter aber nicht einem kurdischen Sunniten aus gläubiger Familie anvertrauen. Ganz schlimm erwischt es einen türkischen KFZ-Mechaniker, der einen deutschen Mann liebt und sich gegen die geplante arrangierte Ehe wehrt, ein anderer nicht mehr ganz taufrischer Typ braucht eine Aufenthaltsgenehmigung, um die Sippe nachzuholen und dazu eine Frau, eine hübsche wohlgemerkt.
In einem episodenhaft geknüpften Netz von Lug und Trug, Tradition und Moderne zappeln die Figuren, die sich immer tiefer in den Schlamassel reiten, aber dann doch im letzten Moment den gordischen Knoten durchschlagen. Dazu gehört eine komische Brautentführung, Herz-Schmerz im Überfluss, große Gesten und kleine Kompromisse, schwere Missverständnisse und leichtfüßige Momente. Manchmal hart am Klischee vorbei schrappen Ingeborg Westphal und Heinrich Schafmeister als ultra-liberales Eltern-Duo, das jedem mit seinem Freiheitsgetue und jahrzehntelanger "Ehe ohne Trauschein" auf den Nerv geht und dennoch Sympathien gewinnt, wie auch der schwule junge Türke, der Höllenqualen leidet bei der Vorstellung, wie seine Macho-Umwelt auf seine sexuelle Präferenz reagiert.
Bunt und temporeich, laut und lustig ist dieser Reigen von skurrilen Alltagsgeschichten und originellen Szenen auf manchmal explosivem Terrain, an dessen Ende zwei Paare sagen "Evet, ich will". Eine gelungene Kombination aus Klamauk, augenzwinkernder Ironie und einem Funken Wahrheit. mk.
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