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Eine Hand voll Gras Filmkritik

Eine Hand voll Gras Filmkritik

Film
Eine Hand voll Gras
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-11-21 18:35:29
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Um es gleich vorweg zu nehmen: Roland Suso Richter ist nicht mehr auf der Höhe seines bemerkenswerten Erstlings und bisher besten Films "Kolp" (1983). Jetzt hat er mit "Eine Hand voll Gras" den unentschlossensten und in seiner Erzählstruktur fahrigsten Film der Saison gemacht. Was eine spannende Geschichte einer ungleichen Freundschaft in Deutschland heute hätte sein können, verzettelt sich in angerissene, wieder fallen gelassene und beliebig wieder aufgenommene Handlungsstränge, die das Zuschauerinteresse nicht gerade begeistert aktivieren dürfte.

Es beginnt sehr eindrucks- und stimmungsvoll mit nahezu magischen Bildern (Kamera: Martin Langer) einer faszinierenden Landschaft im iranischen Kurdistan. In einem kleinen Dorf, sichtbar von Armut geprägt, wird der zehnjährige Kendal zwecks Geldverdienens von seinen Eltern dem Onkel mit nach Deutschland gegeben. Kendal (Armin Inci) ist ein intelligenter, sensibler Junge, der mit staunenden Kinderaugen und natürlicher Naivität in Hamburg ankommt, mit seinem Onkel ein Taxi besteigt, um sich kurz darauf vor einem Nobelrestaurant an der Alster allein mit dem Fahrer im Auto zu finden. Dem Zuschauer ist es längst klar: der Onkel dealt mit Drogen. Kendal wird von dem Taxifahrer, wenn auch zögerlich, aufgenommen. Dies scheint der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem Taxler Hellkamp (Oliver Korittke in einer überzeugenden lakonischen Charakterstudie), der früher Polizist war, und dem kindlichen Kendal, der kein Wort Deutsch spricht, aber dann, von einer Einstellung zur anderen, akzentfrei fließend parliert.

Deutsche Wirklichkeit heute, darum geht es Roland Suso Richter und seinem Drehbuchautor Uwe Tim eindeutig. Und die Gefährdung dieser Freundschaft durch den für ein Drogensyndikat arbeitenden Onkel, der Versuch, Kendal als Dealer einzulernen, sind dramaturgisch richtige und realistische Gedanken. Doch in der Inszenierung, der Konzeption und Komposition fehlen der dramaturgische Bogen, die Entscheidung für einen roten Faden, für Ausspielen und Weglassen. Das geht auf Kosten der Personen, von denen keine so richtig lebendig wird. Und es bleiben nur einige schöne und emotional wie darstellerisch intensive Momente zwischen Oliver Korittke und Arman Inci. Der Film über die beiden sollte unbedingt gemacht werden. fh.

Copyright © www.kino.de 2007.



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