"Die Borger" können Kind gebliebenen Kinofans nicht gestohlen bleiben, denn sie werden sie ins Herz schließen, die fingergroßen Gelegenheitsschmarotzer, die von den Menschen leben und sie lieben lernen in diesem sympathisch altmodischen Märchenfilm. Er will als David gegen Goliath antreten und dem "Hercules" von Disney im Weihnachtsgeschäft den Rang ablaufen. Fallen wird der Riese dabei sicher nicht, obwohl sich diese mit Charme und Fantasie in Szene gesetzte Verfilmung eines populären britischen Kinderbuchs als Alternative zur Disney-Dominanz sehr wohl empfiehlt.
1952 erschlichen sich "Die Borger" erstmals kindliche Sympathien und einen internationalen Erfolg, dem Autorin Mary Norton insgesamt vier Fortsetzungen folgen ließ. Nach einem 1972 von Jay Presson Allen ("Cabaret") geschriebenen Fernsehfilm und einer später folgenden sechsteiligen TV-Reihe ist "Ein Fall für die Borger" der erste Kinoausflug der kecken Zwerge. Die um die hinterlistigen Aktionen des fiesen Anwalts Ocious Potter (John Goodman als dankbarer Punching-Ball für kindliche Straf-Fantasien) einfach gestrickte Geschichte bedient mit ihren zentralen Figuren Kinder, Teenager und junggebliebene Erwachsene. Ausgangspunkt der Ereignisse ist Potters Plan, das Haus der Kleinfamilie Lender zugunsten eines Büromolochs in Schutt und Asche zu legen. Betroffen wären davon aber nicht nur die Lenders, sondern auch die vierköpfige Clock-Familie (Oberhaupt: Jim Broadbent, der Barmann aus "The Crying Game"), die unter den Fußböden des Anwesens ein typisches, den Haushalt ihrer menschlichen Gastgeber unauffällig schröpfendes "Borger"-Leben führt, bis der junge Lender-Sohn Pete die Schrumpf-Wesen entdeckt und ihnen zum Umzug rät. Auf dem Weg zum neuen Heim gehen die Clock-Kinder verloren und werden von Potter ins Visier genommen, von dem sie sich ein wichtiges Testament "geborgt" haben. Was dann folgt, ist Schurken-Disziplinierung in gemäßigter "Allein zu Haus"-Tradition, ohne jedoch den zeitlos-märchenhaften Background der Story aus den Augen zu verlieren. Peter Hewitts trotz modernster Filmtechnik angenehm altmodischer Film steht und fällt mit der Realisierung der kleinwüchsigen Borger-Perspektive, die dank schöner Sets und einiger gelungener computeranimierter Sequenzen visuell glaubwürdig ist. Daß in wenigen Einstellungen die Grenzen des 30-Millionen-Dollar-Budgets sichtbar werden, wird kaum als störend empfunden, weil die Filmemacher ihre Liebe zu diesem Stoff und seiner fantasievollen Umsetzung für ein visuelles Medium überzeugend deutlich machen. kob.
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