Aktuelle Insider-Infos aus dem Showbiz auf's Handy - Mehr Informationen
Das soll ihm mal ein österreichischer Regisseur nachmachen: Zum dritten Mal nach "Funny Games" und "Code: Inconnu" schritt Michael Haneke als Wettbewerbs-Teilnehmer über den roten Teppich der berühmten Stufen. Für seine Verfilmung des Elfriede-Jelinek-Romans "Die Klavierspielerin" wurde er mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, seine beiden Hauptdarsteller Isabelle Huppert und Benoit Magimel mit dem Preis für die Beste darstellerische Leistung.
Michael Haneke provoziert gerne, auch wenn er es nicht zugibt. Mit "Die Klavierspielerin" stieß er auf Begeisterung wie auf Ablehnung, so mancher Mainstream-Anhänger oder Schöngeist musste hart schlucken bei diesem unbarmherzigen Trip durch seelische Abgründe, so manches nervöse Lachen hallte bei heiklen Szenen durchs Kino. Erika Kohut lehrt am Wiener Konservatorium Piano, steht noch mit Anfang 40 unter der Fuchtel ihrer Mutter, die sie permanent kontrolliert und wie ein kleines ungezogenes Kind behandelt, wenn sie mal nachts spät nach Hause kommt. Sexuelle Befriedigung sucht die verbitterte Frau in Pornokinos. Wenn Isabelle Huppert dort an gebrauchten Kleenex-Tüchern ihre Sehnsucht stillt, im Autokino Paaren beim Liebesspiel zuschaut, sich mit einer Rasierklinge die Vagina verstümmelt, oder sich in einer Mischung aus Hassliebe und Wahn im Bett auf ihre Mutter wirft, möchte man sich abwenden und schaut dennoch diesem psychischen Niedergang gebannt zu. Liebe ist Terra incognita - bis sich ein junger Schüler in sie verliebt, Auftakt zu einem atemberaubenden Akt der Selbstzerstörung. Erika will keine Intimität, sondern präsentiert einen sexuellen Forderungskatalog, in dem sie die körperliche Akrobatik auflistet, die sie aus Pornos kennt, wandelt dadurch das Begehren des Mannes in Abscheu. Haneke inszeniert die Sezierung menschlicher Verhaltensdeviation als Psycho-Drama ohne Pardon, trifft Seele, Bauch und Kopf. Die Huppert, die vor vier Jahren ein Angebot für "Funny Games" ausschlug, brilliert in der Titelrolle, durchlebt alle Extreme, ist mal abweisend, dominant oder verwundbar, mit der kleinsten Geste oder minimalsten Mimik lässt sie tiefe Einsamkeit ahnen, die Vereisung der Gefühle. Sie geht an Grenzen, spielt alle Nuancen von Demütigung, Selbsthass und verdrängten Gefühlshunger aus. Ihre Rigorosität erschreckt und weckt gleichzeitig Mitleid mit der Heldin. Künstlerisch und atmosphärisch zählte "Die Klavierlehrerin" zu den herausragenden Wettbewerbsbeiträgen, fordert Positionen heraus. Natürlich ist diese Piano-Lesson bei Haneke weder harmonisch oder angenehm, sondern ein schmerzhaftes und verstörendes Purgatorium, aber niemals degoutant. Nach diesem Preisregen sollte sich ein Arthouses-Publikum aufgeschlossen zeigen. mk.
Copyright © www.kino.de 2006.
Mit diesem schlauen Laptop überlisten Sie auch Decepticons: Gewinnen Sie mit Yahoo! Movies und Paramount Pictures das dünnste Windows-Notebook der Welt, den X340 White. Das Multitalent mit 11n-WLAN, Bluetooth und Webcam bietet mit 13.4“ Widescreen Display in HD-Auflösung kompromissloses Entertainment im 16:9-Format und ist mit seinen 1,3 Kilo ein echtes Leichtgewicht. Um zu gewinnen, schicken Sie einfach eine E-Mail mit Name, Anschrift und dem Betreff "Transformers" an verlosung@yahoo.de. Teilnahmeschluss ist der 6. Juli 2009.Mehr Informationen zu MSI