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Die Häupter meiner Lieben Filmkritik

Die Häupter meiner Lieben Filmkritik

Film
Die Häupter meiner Lieben
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-01-08 17:07:27
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Wieder morden Frauen: In der neuesten Ingrid Noll-Verfilmung von Hans-Günther Bücking haben bei dem Duo Heike Makatsch und Christiane Paul die Männer nicht viel zu lachen. Nach der Devise "(S)Ex und hopp" beißen sie schnell ins Gras, während die beziehungsunfähigen Mädels das Leben genießen.

Gingen Katja Riemann als "Die Apothekerin" und Gisela Schneeberger in "Der Hahn ist tot" noch als Einzelkämpferinnen über Leichen, sind es am Ende der dritten Ingrid-Noll-Adaption drei gestandene Damen, die gemeinsam die Herren der Schöpfung entsorgen. Die kleinen Morde unter Freundinnen beginnen mehr zufällig. Das erste Opfer stellen Maja und Cora mit K.O.-Tropfen ruhig, kurz darauf rettet Maja Cora vor einer Vergewaltigung, beim Gerangel löst sich ein Schuß, der eigene Bruder ist mausetot. Dann heißt es erse einmal Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht sammeln. Während Cora allen Typen den Kopf verdreht und letztendlich beim vermögenden Henning in der Toskana landet, läßt sich Maja schnell schwängern. Bald geht ihr die langweilige Ehe auf die Nerven und schon steht sie samt Nachwuchs bei Cora auf der Matte. Deren Gatte möchte auch ein Kind zeugen, dazu kommt es aber nicht mehr. Denn nachdem auch noch Majas versoffener Vater auftaucht, nutzen die Ladies die Gelegenheit zum tödlichen Doppelschlag. Zu ihnen gesellt sich als Komplizin die katholische Haushälterin Anna, die es mit dem Fünften Gebot nicht so genau nimmt. Und bald liegen zwei weitere Machos in der Grube.

Nicht nur Sauer, auch Morden macht lustig. Trotzdem gelingen dem Kameramann Bücking zwar traumhafte Bilder, aber noch lange kein lustiger Film. Denn durch Wiederholung allein wird die Geschichte nicht amüsanter. Am Ende ist es egal, wieviele der relativ blassen Männerfiguren sich die Kartoffeln von unten angucken, es fehlt an einem dramaturgischen Spannungsbogen, die Handlung plätschert dahin, inzestiöse Beziehungen werden angedeutet, das Hohelied weiblicher Freundschaft gesungen, der Zickzack-Kurs zwischen Nonsens und Neurosen bleibt jedoch nebulös wie auch das bedeutungsschwangere italienische Sprichwort "Das Ende vom Schwein ist der Anfang der Wurst!". Neben Heike Makatsch, die zum beachtlichen Soundtrack den Song "Fifty Ways To Leave Your Lover" beisteuert, und einer wenig geforderten Christiane Paul, ist es vor allem Andrea Eckert, der die Sympathien zufliegen. Die Wiener Theaterschauspielerin liefert als freiheitsliebende Italienerin mit Bodenhaftung eine Performance, die alle anderen in den Schatten stellt. mk.

Copyright © www.kino.de 2007.



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