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Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia Filmkritik

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Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia Filmkritik

Film
Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-10-09 19:10:38
Bewertung
5/5 5 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Es ist der Fluch des Peter Jackson: Wegen seines genialen neunjährigen Mammutprojekts muss sich seither jeder Fantasy-Film an "Der Herr der Ringe" messen lassen. Bisher hat freilich niemand diesem Vergleich auch nur annähernd standhalten können. Der erste "Narnia"-Film war noch einer der besseren Versuche - kein Wunder, immerhin stammt die beliebte Buchreihe vom Tolkien-Vertrauten Lewis.

Teil 2, "Prinz Kaspian von Narnia", entführt nun tatsächlich auf ähnlichem Niveau in eine magische Welt: Da werden Klingen gekreuzt wie in Helms Klamm, werden Bäume lebendig wie die Ents. Auch die Rettungsmission für ein ganzes Königreich muss den Vergleich mit der Erlösung Mittelerdes am Schicksalsberg nicht scheuen. Die vier Kinderkönige bringen zudem noch eine Spur Harry-Potter-Charme mit, sogar eine zarte Romanze fügt sich schön ein.

Wo die Uhren anders gehen

Nach ihrer Rückkehr aus Narnia haben die vier Pevensie-Kinder im tristen London ein langweiliges Jahr verlebt - erfüllt von Sehnsucht nach dem Zauberreich. Gerade als sie nicht mehr an eine Rückkehr glauben, finden Sie sich unversehens in der Welt wieder, die sie als Königs-Quartett regieren durften. Doch bald stellt sich heraus, dass in Narnia inzwischen 1300 Jahre vergangen sind. Das räuberische Menschenvolk der Telmarer hat auf Geheiß des Ursupators Miraz (Sergio Castellitto) alle Faune, Zentauren und sprechende Tiere aus ihrer Heimat vertrieben und das Land mit einer Schreckensherrschaft unterjocht.

Doch Hoffnung gibt es in der Person von Prinz Kaspian (Ben Barnes). Der rechtmäßige Thronerbe der Telmarer ist von seinem Hauslehrer zu Toleranz gegenüber den angeblichen Feinden erzogen und verbündet sich schließlich mit Narnias verjagten Zauberwesen. Mit Susans altem Horn hat er die vier kindlichen Herrscher wieder nach Narnia gerufen und gemeinsam stellen sie sich Miraz und seinen Schergen...

Die Kleinste ist die Größte

Die vier jungen Königsdarsteller William Moseley, Anna Popplewell, Skandar Keynes und Georgie Henley sind dabei merklich gereift, geben ihren Figuren und damit der ganzen Geschichte deutlich mehr Tiefe. Gerade Henley als jüngste Königin Lucy besticht durch eine faszinierende Mischung aus kindlicher Unschuld, die aber ganz im Sinne des Narnia-Schöpfers Aslan gleichzeitig die größte Weisheit und Reife bedeutet. Denn nur Lucy kann noch immer den Löwen Aslan sehen und seine Hilfe erbitten. Ihre Geschwister stürzen sich dagegen blind in Rivalitäten und kriegerische Konfrontation.

Viel Schlachten-Action bietet "Prinz Kaspian", in der die vier Jungmimen ziemlich brachial mitmischen. Auch wenn darunter im letzten Drittel des Films die erzählerische Spannung leidet, sorgen witzige Einlagen wie der eines Eingreiftrupps von Musketier-Mäusen für Auflockerung. Da scheint manchmal sogar ein Stück "Shrek"-Humor von Regisseur Andrew Adamson durch.

Die Illusion ist perfekt

Dass dabei die Mäuse mit ihren Mini-Degen, der Schwerttrupp von Zentauren oder die kämpfenden Greifvögel kein bisschen nach Computerwesen aussehen, liegt einmal mehr an der Effektschmiede WETA. Die Neuseeländer haben inzwischen noch deutlich mehr auf dem Kasten als zu "Herr der Ringe"-Zeiten.

Die Parallelen zu Mittelerde und Hogwarts fallen indes erst lange nach dem Kinobesuch auf. Denn währenddessen hat "Prinz Kaspian von Narnia" einen so komplett in seine Welt hineingezogen, dass man sich dabei fast selbst schon wie ein Faun oder Zentaur von Aslans Gnaden fühlt.

Copyright © www.kino.de 2008.



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