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Steven Soderbergh verpackt Kapitalismuskritik in eine unterhaltende Farce über die Psyche eines Hochstaplers und die Praktiken des Big Business.
Diese Geschichte soll sich so oder so ähnlich wirklich zugetragen haben. Man mag es kaum glauben. Da ist dieser adrett aussehende und langweilige Biotechniker Marc Whitacre, der beim Landwirtschaftskonzern Archer Daniels Midland (ADM) in Illinois arbeitet und den Ruf hat, keiner Fliege etwas zuleide tun zu können. Eines schönen Tages vertraut er seinem Chef an, dass er einen Maulwurf entdeckt habe, der mit einem japanischen Konkurrenten ins Geschäft kommen will und tritt damit eine Lawine los. Die Company lässt sein Telefon überwachen und der gute Mann informiert FBI-Detective Brian Shepard über einen internationalen Deal zur Preisabsprache bei der Mais-Verarbeitung. Wie ein kleiner Junge, der begeistert Räuber und Gendarm spielt, setzt er nun Abhörgeräte bei Meetings ein, verwanzt Büros und versorgt das FBI mit Informationen über zweieinhalb Jahre hinweg. Bald hebt er ab, glaubt an eine Verschwörung, zweigt Millionen aus der Firmenkasse in seine eigene ab, verheddert sich in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen, wird zum Wirtschaftskriminellen, der am Ende im Gefängnis landet, weil seine Intrigen wie Luftballons platzen und sein aufgeblasenes Ego als Agent 0014 (doppelt so gut wie Bond) in sich zusammenfällt. Als er entdeckt wird, flippt er aus, erfindet immer neue Märchen, um sich reinzuwaschen und wichtig zu machen, gibt er der Presse Zucker und nervt seinen Anwalt. Fazit: einer der lügt, braucht immer jemanden, der ihm glaubt.
Für Authentizitaet sorgen auch die teilweisen Original-Schauplätze. Sieben Jahre dauerte die Drehbuchentwicklung, da stimmt jede Kleinigkeit, jeder Dialog. Die schwarzhumorige Komödie mit einem Score von Marvin Hamlisch, der immer den richtigen Ton trifft, startet bedächtig, gewinnt dann sukzessive an Fahrt und wird auf den letzten Metern zum Kracher. Matt Damon, ein Biedermann als Brandstifter, der sich Übergewicht anfutterte und durch ein Kassengestell zwinkert, ist in seinem fünften Film mit Soderbergh als sympathischer Psychopath umwerfend - unsicher, durchtrieben und liebevoll, eine Mischung, die funktioniert. Und die Story passt bestens zur aktuellen Krise der Finanzen und Moral. Der echte Whitacre ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden, der Zuschauer sollte es auch sein. mk.
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