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Deep Impact Filmkritik

Deep Impact Filmkritik

Film
Deep Impact
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-10-15 18:56:08
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Apocalypse soon. 1998 wird das Jahr der Desaster-Events, und Mimi Leders Meteorit fliegt der katastrophalen Bande würdevoll voraus. Es ist ein Weltuntergang der gehobenen dramatischen Leistungsklasse, der sich zu seinem Kontrahenten "Armageddon" in etwa so verhält wie "Contact" zu "Independence Day". Erwartungsfrohe Actionfans werden vom wort- und gefühlslastigen Script auf manche Geduldsprobe gestellt, doch hält spätestens der finale Big Bang, was die Werbekampagne verspricht.

Das heraufziehende Millenium wirft seine Schatten voraus, und einer davon sieht wie eine Desasterfilmwelle aus Hollywood aus. Seit digitale Effekttechnologie die Rückkehr von Dinosauriern genauso ermöglicht wie eine Atomexplosion in der Innenstadt, hat es immer wieder Ansätze zu einer Wiederbelebung des Kultgenres aus den Siebzigern gegeben, doch erst mit dem Ausklang dieses Jahrtausends und im Windschatten solch apokalyptischer TV-Events wie "Akte-X" oder "Millenium" ist die Lust am Weltuntergang in vollendeter Salonfähigkeit zurückgekehrt. Nun konkurrieren sie miteinander, wie vor noch nicht allzu langer Zeit Serienkiller und schwer totzukriegende Actiontitanen, stehen einander kommerziell auf den Füßen wie "Indenpendence Day" dem "Twister" oder "Dante's Peak" dem "Volcano" und versuchen sich in immer spektakuläreren Effektfeuerwerken den Rang abzulaufen. 1998 beobachten wir - neben einigen anderen Katastrophen - den Clash der Kometen. Gleich zwei Budgetsaurier handeln vom drohenden Einschlag eines gewaltigen Meteoriten und den Versuchen der Erdenwürmer, dieser Nemesis zu begegnen. Die eine Produktion, "Armageddon", stammt aus der Werkstatt des Leinwand-Pyromanen Jerry Bruckheimer und wird mit Kugelhagel nicht hinter dem Berg halten. Die andere, "Deep Impact", hat eine Frau als Regisseur, Gefühle in der Hauptrolle und wird es Bruckheimer nicht leicht machen.

Ein neuer Komet ist entdeckt worden, und zwar nicht im Planetarium von einem hochdotierten Astronomieprofessor, sondern auf einer Veranda in der Provinz vom Dreikäsehoch Leo Biederman mittels eines handelsüblichen Fernrohrs. Der Himmelskörper wird bald den Namen "Biederman" tragen, doch so recht freuen kann sich Leo nicht darüber. Wer heißt schon gern genauso wie die Todesursache für fünf Milliarden Menschen. Die TV-Journalistin Jenny Lerner, zweite große Protagonistin in Mimi Leders generationsübergreifendem Konsens-Schicksalsreigen, begreift die kommende Katastrophe zunächst als berufliche Aufstiegschance. Als erste kommt sie hinter das regierungsamtliche Geheimnis und avanciert zu einer Art Komplizin des Präsidenten. Doch die exponierte Stellung bringt auch Sorgen. Als Reporterin, die Nachrichten zurückhält, verliert sie das Vertrauen der Kollegen, und als einfache Bürgerin steht sie vor der qualvollen Wahl, welchen ihrer Lieben sie einen Platz im rettenden Bunker zuschanzen soll. Letztere sind nämlich knapp. Nur 800.000 von 240 Mio. Amerikanern werden einen Platz bekommen. Als auch ein eilig entsandtes, international besetztes Weltallhelden-Dream-Team scheitert, scheint der Untergang besiegelt. Leo Biederman und Jenny Lerner haben ihren Platz im Regierungsbunker sicher, doch in einem tricktechnisch überwältigenden Finale, das manche grenzenlos kitschig, andere wiederrum zutiefst menschlich finden werden, bleiben beide lieber draußen.

Böse Zungen behaupten, Mimi Leder dürfe nur deshalb mit zweistelligen Millionenbudgets jonglieren, weil sie von ihrem mittlerweile zu Superstarruhm gelangten "Emergency Room"-Hauptdarsteller George Clooney kräftig protegiert würde. Wer jedoch ihre Arbeit aus besagter Serie kennt, weiß um den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen. Niemand darf in Hollywood 70 Millionen verpulvern, bloß weil er jemandes Freundin ist. Die beliebteste TV-Serie Amerikas steht deshalb an der Spitze der Ratings, weil sie in einer selten dagewesenen Balance plus einer gehörigen Portion trockenen Humors sowohl authentisches Schicksal als auch den Thrill eines Horrorfilms vermittelt. Deshalb darf Mimi Leder "Deep Impact" drehen, und deshalb hat "Deep Impact" die Kurve vom Trash zur Klasse gekriegt. Mal sehen, ob Bruckheimer das auch gelingt.ab.

Copyright © www.kino.de 2007.



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