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André Nebes irisch-deutsche Koproduktion um eine kleine Seifenkisten-Fanatikerin ist mehr melancholisches Familien-Drama als flottes Kinder-Komödien-Abenteuer.
Die aus allerlei Werkzeug zusammengebastelten Buchstaben des Vorspanns, die am Anfang über die Leinwand schweben, stimmen schon ein auf einen verspielten Kinderfilm, einen lustigen Seifenkisten-Spaß, ein spannendes Abenteuer vor rauer irischer Landschaft. Doch "Das große Rennen" sucht auch die leisen Töne, erzählt viel von Verlust und einem verkorksten Familienverhältnis.
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: die kleine Mary (ein Naturtalent: Niamh McGirr). Kaum elf Jahre alt ist die Bauerntochter bereits ein absoluter Formel-Eins-Fan und nutzt jede freie Minute, um an der eigenen Seifenkiste herumzuschrauben. "Ingenieur ist kein Beruf für ein Mädchen", sagt der gestrenge Vater (die irische Ikone Colm Meaney) zwar, doch insgeheim ist er mächtig stolz auf seine Tochter, hat er doch selbst als kleiner Junge diesem Hobby gefrönt, was er ihr zunächst aber verschweigt. Als an ihrer Schule ein echtes Seifenkistenrennen mit Preisgeld, Pokal und allem Pipapo ausgerufen wird, ist Mary Feuer und Flamme.
Doch bis es dazu kommt, hat Nachwuchs-Regisseur André Nebe, der mit dieser irisch-deutschen Koproduktion sein Kinodebüt gibt, noch eine Menge zu erzählen: Von Marys Mitschülern, die sie, das rothaarige, sommersprossige Bauernmädchen, und ihren besten Freund Tom mit U-Hakerl, Tintenattacken und anderen Gemeinheiten traktieren, vom Alltag auf dem Hof, wo man auch als Elfjährige schon zum Hühnerfüttern ran muss und von Marys Mutter Katey (Susan Lynch sieht aus wie die Schwester von Geena Davis), die es auf der hochverschuldeten Farm nicht mehr aushält und am Ende ihre Familie im Stich lassen wird, um ihr Glück zu finden.
Viel Drama also in einem Kinderfilm, dessen Titel nach Komödie, Kurzweil und Tempo klingt. Richtig Fahrt nimmt das Werk am Schluss auf, wenn es zum finalen Seifenkistenrennen kommt. Auch wenn ein Trainings-Unfall von Mary im Off stattfindet und die Actionsequenzen nicht unbedingt dem aktuellen Standard (auch nicht dem europäischen) entsprechen, hat "Das große Rennen" seine aufregendsten und komischsten Momente immer dann, wenn es um die selbstgebauten Vehikel geht. Auf der anderen Seite wirken Marys mannigfaltigen Probleme zum Teil arg konstruiert. So wird nicht ganz klar, warum sie in der Schule stets gehänselt wird und warum nicht nur ihr einziger Freund wegziehen, sondern auch die Mutter gehen muss. Statt dieser "schweren" Themen hätten die kompakten 84 Minuten durchaus mehr irische Landschaft, mehr kindliche Unbekümmertheit und mehr Seifenkistenraserei vertragen können. lasso.
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