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Packende 80 Jahre deutscher Geschichte, hervorragend vermittelt an zwei Lebensläufen, die Klassengegensätze und Widerstand gegen Hitler erforschen.
Neben filmischen Qualitäten, hat "Operation Walküre" das Interesse am deutschen Widerstand befördert. Ilona Zioks 2002/03 gedrehter und 2008 fertig gestellter Dokumentarfilm über den Junker Carl-Hans von Hardenberg (1891-1958) und den Kommunisten Fritz Perlitz (1908-1972), liefert profundes neues Quellenmaterial. Ohne Kommentar, allein durch die Kunst der konsequent parallel geführten Biografien der beiden Männer, deren ideologische Einstellungen unterschiedlicher nicht sein können, entsteht eine klar konturierte, historisch fundierte und packende Darstellung deutscher Mentalitäten.
Hardenberg, überzeugter Monarchist und disziplinierter Landjunker auf Schloss Neuhardenberg bei Berlin, wandte sich nach dem Massaker von Borissow (1941) dem Widerstand zu, beteiligte sich an der Verschwörung des 20. Juli und wurde nach einem Selbstmordversuch ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, wo er Perlitz begegnete, der ihm aus dem Landarbeiterstreik 1931 bekannt war. Perlitz, sein Leben lang Arbeiterverbänden und der Komintern verpflichtet, Spanienkämpfer, nach Internierung in Frankreich in der Strafkompanie des KZ Neuengamme, später in der Baubrigade, pflegte im Krankenbau den Großgrundbesitzer. Nach dem Krieg wurde Hardenberg Vermögensverwalter der Hohenzollern, sein Gut enteignet, Perlitz wurde Kreissekretär der SED im Kreis Seelow.
Auch über diese Jahre, über Spannungen zwischen alten und jungen Kommunisten in der DDR, und die Rolle des Adels in der Bundesrepublik, informiert der Film mit Dokumenten und Zeitzeugen, darunter der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Hardenbergs imponierend imposante Tochter Reinhild, die eigene Erinnerungen publizierte. Die Musik mit von Ernst Busch gesungenen Arbeiterliedern, dem "Lied der Moorsoldaten" und Originalkompositionen von Manuel Göttsching, dient als den teils verlangsamten Bildern unterlegter Kommentar. Wie in ihren Filmen "Kurt Gerrons Karussell" (1999) und "The Sounds of Silents - Der Stummfilmpianist" (2006), liefert Ilona Ziok fern des Guido-Knopp-Stils, mit puren Dokumenten und überlegter Montage wertvollen historischen Erkenntnisgewinn. ger.
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