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Circus Filmkritik

Circus Filmkritik

Film
Circus
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2006-05-08 20:29:04
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Wenn Tarantinos Epigonen nach dem letzten Stück vom Kultkuchen greifen, ist mancher Zuschauer längst gesättigt. Wer aber nicht genug davon bekommen kann, wenn Gangster sich auszumanövrieren versuchen, muss keinen Entzug befürchten. Die britische Produktion "Circus" bietet das gewohnte Labyrinth aus Täuschungen und kleinen Morden unter Freunden, verhindert aber durch einen verwirrenden Bauplan die Entwicklung von echtem Rätselfieber. Die Konsequenz ist am Ende nicht Euphorie, sondern Ermüdung. Kommerzielle Wunder sind daher fraglich, zumal nur Famke Janssen in der Besetzung aktuelle Prominenz repräsentiert.

Das Ex-Bond-Girl, das am 31. August, dem geplanten Starttermin von "Circus", auch mit dem Big-Budget-Comic "X-Men - Der Film" in die deutschen Kinos kommt, spielt die Frau des Spielers und Kleingangsters Leo (John Hannah), der den großen Coup plant, um der Endlosschleife aus Betrügereien und Konflikten mit seinem Kredithai zu entkommen. Letzterer pflegt sich durch Pophits mitzuteilen - eine der Verhaltensexzentrizitäten, die in diesem Genre typischerweise für Humor sorgen sollen. Das von Leo gesponnene Intrigennetz soll den Gangsterkönig von Brighton, der ihm nur scheinbar vertraut und selbst finstere Pläne schmiedet, um sein Vermögen erleichtern. Bevor dieses Ziel für uns in den letzten Minuten des Films transparent wird, vernebelt eine undurchschaubare Ereigniskette den Durchblick. Im Auftrag eines Fremden ("Fargo"-Killer Peter Stormare), der in Wirklichkeit der Buchhalter des Gangsterbosses Bruno ist, soll Leo Stormares Frau töten, die wiederum die Freundin von Brunos Chefschläger ist, der nach ihrem Verschwinden nun nach ihr sucht. Dass Zuschauer diesen Mord als Fakt akzeptieren, bleibt zumindest für Genrefans eine Illusion, weil er nicht im Detail im Bild zu sehen ist, und Hannah als Identifikationsfigur damit auch ruiniert wäre. Während der Film also auf diesen Killerauftrag seinen weiteren Plot aufbaut, zweifeln skeptischere Naturen nun auch die anderen Wendungen an, die im Zehnminuten-Takt erfolgen. Gerade Janssen werden immer wieder neue Koalitionen unterstellt, die man nach den harmonischen Anfangssequenzen des Paares nicht ernst nimmt. Im Überangebot der Täuschungen und Frontenwechsel, die mitunter nur Irreführungs-Arrangements für das Publikum sind, aber der inneren Logik des Plots widersprechen (vor allem die Szenen zwischen Stormare und Hannah), wird irgendwann bedeutungslos, was Wahrheit oder Lüge ist. Verliebt in seine eigene Konstruktion, vergisst David Logans Drehbuch, uns für irgendeine der Charaktere wirklich einzunehmen. Die daraus resultierende Distanz sabotiert in Koalition mit der erzählerischen Verwirrtaktik das Unterhaltungsergebnis, was an der Kinokasse Spuren hinterlassen könnte. kob.

Copyright © www.kino.de 2006.



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