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Chocolat Filmkritik

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Chocolat Filmkritik

Film
Chocolat
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-02-11 18:32:07
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Als wäre die Zeit erstarrt, wie im Schauplatz seines neuen Films, versucht Regisseur Lasse Hallström die Wiederholung eines kleinen Wunders. Fast exakt ein Jahr nach dem Erfolg seiner John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kommt eine weitere Adaption eines literarischen Stoffes ins Kino, die mit guten Darstellern und in gewohnt ruhigem Ton von den Facetten des Lebens und der Magie der Liebe erzählt. "Chocolat" ist ein zärtlicher, sympathischer Film, der aber hinter den berührenden Momenten, der Vielschichtigkeit der Charaktere und der Dramatik des Vorgängers zurückbleibt. Trotz Starbesetzung ist so dessen Ergebnis von über eine Million Zuschauern eine Herausforderung.

Das Bittersüße von "Gottes Werk und Teufels Beitrag", aber auch menschlich packende Figuren wie Michael Caines Arzt oder Delroy Lindos Pflücker fehlen dieser Verfilmung von Joanne Harris' Roman, die jedoch wie schon der Vorgänger handwerklich wenig Wünsche offen lässt. Produktionsdesign, Lichtsetzung oder auch Musik stehen für den Qualitätsanspruch Hallströms, der hier eine mitunter etwas langatmige Fabel vorlegt, die mit relativ schlichter Symbolik von der Entfesselung der Menschen erzählt, die in Traditionen, Moral und seelischen Wunden gefangen sind. Hauptfigur des Ende der Fünfzigerjahre angesiedelten Märchens ist die philanthropische Nomadin Vianne (Juliette Binoche), die mit ihrer Tochter von Ort zu Ort zieht, um die Menschen mit liebevoll zubereiteten Schokoladespezialitäten emotional zu befreien und Vergnügen zu säen, wo Verbitterung und moralische Rigidität herrschten. Durch ihren Auftrag selbst eine Gefangene, muss auch Vianne die Süße des Lebens entdecken, wobei in ihrem Fall nicht Schokolade, sondern Johnny Depp die Barrieren bricht, der kurz nach "In stürmischen Zeiten" erneut den romantischen Kitsch-Zigeuner gibt. Schauplatz der Handlung ist das verschlafene französische Städtchen Lansquenet, das Joanne Harris in ihrem neuen Roman ein weiteres Mal besuchen wird. Dort eröffnet Vianne ausgerechnet zur Fastenzeit ihre Chocolaterie, was den selbstgerechten, streng religiösen Comte de Reynaud (Alfred Molina), den einflussreichsten Mann des Ortes, von Beginn an zu ihrem größten Widersacher macht. Machtlos muss der Sittenwächter zusehen, wie sich die Menschen allmählich aus dem repressiven Klima befreien. Allen voran Judi Denchs griesgrämige, aber gutherzige Armande, die endlich Kontakt zu ihrem Enkel bekommt, und Lena Olins leidgeprüfte Josephine, die Binoches beste Freundin wird, als sie sich von ihrem cholerischen Mann lösen kann. Diese gewalttätige Figur erfährt als einzige keine Vergebung im Film und muss für ein wenig Dramatik sorgen, wenn der zornige Poltergeist die zum Frauenhaus umfunktionierte Chocolaterie stürmt oder Johnny Depps Zigeunerschiff in Brand setzt. Echten Schaden erleidet hier allerdings niemand, denn "Chocolat" will die Menschen mit dem Leben versöhnen. Eine Absicht, die in der Regel vom Publikum gerne angenommen wird, auch wenn man diesem Märchen etwas mehr Leidenschaft (wie etwa in "Bittersüße Schokolade") und Überraschungsmomente gewünscht hätte. kob.

Copyright © www.kino.de 2008.



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