Katzenfrauen, die Rivalinnen nachts am Pool belauern oder den Lover zerfleischen, haben ihren Platz in der Filmgeschichte, nicht aber in diesem Comic-Abenteuer. 12 Jahre mussten die Fans auf diesen Gotham-City-Ableger warten, seit Michelle Pfeiffer Batman die Peitsche gab.
Die neue Catwoman heißt Halle Berry und lässt Kino-Vorbilder ("Cat People") wie auch den Batman-Kosmos weitgehend zurück. Ihr Eigenleben beginnt Comic-konform mit ihrem Tod. Wie ein ausgelöschter Engel treibt Patience Phillips (Halle Berry) im Wasser, bevor ein Rückblick ihren gewaltsamen Tod erklärt.
Als Grafikdesignerin arbeitet die scheue, verunsicherte Schönheit in einer großen Kosmetikfirma, die von Georges Hedare (Lambert Wilson, wieder bösartig nach "Matrix") und seiner Frau Laurel (Sharon Stone) geführt wird.
Patience lebt in totaler Unauffälligkeit, bis sie von den fatalen Nebenwirkungen eines neuen Beauty-Produkts erfährt und damit ihr Todesurteil unterschreibt. Eine Katze, schon im alten Ägypten ein Bindeglied zur Welt der Geister, erweckt Patience zu neuem Leben als Catwoman.
Dazu gehört ein veränderter Speiseplan (Thunfisch), ein offenherziges Lederoutfit mit Peitsche, ein cooles Motorrad und eine animalische Motorik, die dem Spinnenmann an Eleganz und Akrobatik Konkurrenz macht.
Dramatischer Motor dieses vom Effektspezialisten "Pitof" ("Alien 4") visuell mitreißend inszenierten Comicabenteuers ist ein Rachemotiv, das im Finale mit einem knallharten Frauenfight seine Erfüllung findet.
Mit Lust und Power darf sich Berry hier im Jinx-Revier austoben, lärmende Nachbarn, dreiste Juwelendiebe und Mörder disziplinieren.
Es ist ihr Film und ihr romantischer Bewunderer, ein Cop, kaum mehr als ein Berry-Bonus. Die Krallen sind geschärft, und die Berry-Beute sind wir: freiwillig - und hoffnungslos verloren.
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