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Was einen Star ausmacht? Körpergröße und Schulterbreite jedenfalls nicht - sondern Talent und Charisma. Von beidem hat US-Comedian Ben Stiller eine ganze Menge. Überraschend dünn und feingliedrig ist er, mit faszinierenden Augen und einem beweglichen Mund, der gerne lächelt und manchmal nicht weit weg ist von seiner berühmten Modelsatiren-Schnute aus Zoolander.
Der glückliche Familienvater ist kein Mann für schrille Dauerbespaßung - eher ein Hollywood-Arbeiter mit komischem Beruf, den er sehr ernst nimmt. Ben Stillers Komödien sind sichere Kassenbringer, seine Parodien legendär - wie er zuletzt als Joaquin-Phoenix-Verschnitt mit Wucherbart bei der Oscarverleihung bewies. Wir trafen den Schauspieler zum Interview in London und plauderten über seinen neuen Film "Nachts im Museum 2", in dem er es wieder mit lebendig gewordenen Ausstellungsstücken zu tun kriegt, über gewalttätige Affen und ernste Rollen.
Wenn Sie einen Abend mit einer historischen Persönlichkeit ihrer Wahl verbringen könnten, wer würde das sein und warum?
Ich würde ihn gerne mit Abraham Lincoln verbringen, weil mich schon immer beeindruckt hat, wie er den Lauf der Geschichte veränderte. Er scheint eine charismatische Person gewesen zu sein. Ich habe ein wenig über ihn gelesen und ich würde gern sehen, wie er so war. Sein unglaubliches Gesicht und die Aura, die ihn umgab... Auch eine der schlimmen Personen der Geschichte wäre interessant - Hitler beispielsweise. Man könnte einfach in der Zeit zurückgehen und ihn außer Gefecht setzen.
Spitzenidee. Warum kommt Hitler nicht in dem Film vor?
Irgendwo muss man auch eine Grenze ziehen. Hitler ist nicht lustig. Es ist noch zu aktuell. So wie Ivan den Schrecklichen sollte man diese Menschen und ihre Schlechtigkeit nicht herunterspielen. Wenn genug Zeit vergangen ist, denke ich, kann man bestimmt etwas Lustiges daran finden.

Sie sind auch im wahren Leben der Typ, der die Leute zum Lachen bringt?
Ich bin kein Witze-Erzähler, einfach deswegen, weil ich mir keine Witze merken kann. Wenn ich jetzt einen Witz erzählen sollte, würde mir keiner einfallen. Ich liebe es zu lachen und Spaß zu haben, aber wenn ich arbeite, bin ich ernst und konzentriert. Es kommt natürlich immer darauf an, wo man ist und in welcher Gesellschaft. Mit meinen Kindern ist es immer lustig. Die will ich zum Lachen bringen - das ist ein gutes Gefühl.
Der Film hat auch eine Botschaft, die sich gegen zu viel Karrierestreben richtet...
Es war mir sehr wichtig, einen Zugang zu dem Film zu finden, der Sinn macht. Der erste Film hat so gut aufgehört und alle sind glücklich, Larry hat seine Berufung gefunden. Da stellt sich zuerst die Frage, warum eine Fortsetzung? Alles läuft doch gut und man kann ja nicht einfach ein neues Museum nehmen. Ich dachte mir, dass es interessant wäre, wenn Larrys Traum in Erfüllung gehen würde und er endlich Erfolg hätte. Denn wir wissen ja alle, dass Erfolg nicht immer so toll ist, wie man ihn sich vorstellt. Im zweiten Film geht es also um was ganz anderes. Um das Problem, trotz Job und Stress nicht den Bezug zu dem zu verlieren, was glücklich macht. Und darum, dass Erfolg nicht alles ist.

Reden Sie da aus eigener Erfahrung?
Sicherlich. Wir alle glauben, dass wir glücklich und beliebt sein werden, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreichen oder etwas Bestimmtes besitzen. Doch eigentlich sollte man sein Leben zu betrachten und feststellen, dass das, was man gerade hat, gut ist.
Wie sehen denn Ihre Ziele aus?
Ich will noch eine Menge verschiedener Filme machen. Kreativ sein, sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur. Ich hab gerade einen Film abgedreht ["Greenberg" - Anm.d.Red.], der mich sehr inspiriert hat. Obwohl es ein ernster Film war, hatte er auch seine lustigen Momente. Und als Regisseur lernt man so viel!
Haben Sie Lust auf ernste Rollen?
Ja! Wenn ich das richtige Projekt finde, sehr gern. Ich selbst schaue auch weniger Komödien, eher Dramen. Es ist allerdings schon einschüchternd, den Wechsel zu wagen, wenn man viele Komödien gemacht hat. Denn ich glaube, dass das Publikum ein vorgefasstes Bild von einem hat. Ich respektiere Schauspieler, die diesen Schritt wagen. Man muss es einfach machen, ohne viel zu überlegen.
Für "Nachts im Museum 2" mussten Sie während der Öffnungszeiten im Smithsonian Museum in Washington drehen. Schwierig?
Ein wenig. Es ist ein riesiges Museum und sogar mit 200 Leuten war so ein Raum noch nicht voll. Aber es war schön, wenn das Publikum nach einer abgedrehten Szene das Klatschen anfing. Das iverursacht auch nicht mehr Ablenkung, als beim Dreh auf den Straßen New Yorks, bei dem die Leute sich auf dem Weg zur Arbeit einfach durchs Set drängeln und die Fotografen dich verklagen, weil sie glauben, ein Recht darauf zu haben, Fotos zu machen. Es ist immer schöner, an echten Orten statt im Studio oder vor der Greenscreen [Verfahren für Erzeugung von Computereffekten - Anm.d.Red.] zu drehen. Es nimmt einem die ganze Energie, wenn man keinen Bezugspunkt oder Ansprechpartner mehr hat.
Dann haben Sie also lieber mit den sehr realen Kapuzineräffchen gedreht, die eine Nebenrolle im Film haben?
Nein, nicht wirklich. Sollte es noch einen weiteren Film geben, werde ich mich persönlich dafür einsetzen, ihn ohne Affen zu drehen. Von einem Affen geohrfeigt zu werden, ist schlimmer, als eine Liebesszene zu drehen. Eigentlich waren es in diesem Film ja zwei Affen. Aber aus welchem Grund auch immer gibt es nur einen Affen, der in Hollywood arbeitet. Sie heißt Chrystal. Und es ist schon ein bisschen verstörend, wenn die Affentrainer ihr zurufen „Hau ihn fester, hau ihn fester" und sie belohnen, wenn sie dich geschlagen hat. Gar nicht leicht, das nicht persönlich zu nehmen oder deine Karriere infrage zu stellen
Wird es einen dritten Teil geben - vielleicht „Nachts im Louvre"?
Ich weiß noch nicht. Der Louvre musste schon für den „Da Vinci Code" herhalten. Wir haben darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn die Charaktere aus dem Museum heraus und in die echte Welt gelangen würden. Das wäre sicher interessant. Ja und dann vielleicht wirklich in einem Museum in Europa.
Da sieht man's mal wieder: Hollywoodstars haben's auch nicht leicht. Gut, vielleicht dürfen wir nicht so oft über einen roten Teppich schreiten - aber dafür darf uns auch kein Affe vermöbeln. Dieses tierische Vergnügen überlassen wir Ben Stiller und haben unsern Spaß beim Zusehen. Den hatte zumindest
Eure Kate
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Fotos: © 2009 Twentieth Century Fox / © gettyimages
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Benutzer Kommentare
es wäre cool wenn es einen 3 teil gäben würde
Posted by: spongeboym on Fr 14:37 29.Mai. | Missbrauch meldenya
Posted by: amendzigall on Do 19:47 04.Jun. | Missbrauch meldenةة
Posted by: abofekre26 on Do 18:08 11.Jun. | Missbrauch melden