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The Boss of It All Filmkritik

"The Boss of It All" Filmkritik

Film
The Boss of It All
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2009-10-03 16:57:42
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Dänemarks Regie-Exzentriker Lars von Trier kreiert in Anlehnung an die englische Serie "The Office" ein Kinoexperiment voller Absurdität und technischer Innovationen.

Seit Mitte der 1980er Jahre gehört Lars von Trier zum Liebling des Feuilletons. Immer wieder werden seine Werke auf international renommierten Festivals ausgezeichnet. Vor allem Cannes liebt den exzentrischen Dänen, ehrte ihn 1984 für "The Element of Crime" und 1991 für "Europa" und schließlich 2000 mit der Goldenen Palme für "Dancer in the Dark". Auch mit seinen gut 50 Jahren hat der Kopenhagener nichts von seiner Experimentierfreudigkeit und seinem Innovationswillen verloren. Bevor er nun seine Amerika-Trilogie, die mit dem bemerkenswerten "Dogville" begann und mit "Manderlay" fortgesetzt wurde, beendet, beglückt er uns mit einer Komödie der unkonventionellen Art.

"The Boss of it All" spielt mit Sein und Schein und der provokanten Frage, ob wir es eigentlich merken würden, wenn unser Chef gar nicht unser Chef, sondern ein Schauspieler wäre. Genau das passiert in einer dänischen IT-Firma. Ravn, deren Eigentümer, hat seine Identität stets geheim gehalten und alle negativen Entscheidungen einem imaginären "Boss of it all", der bisher nur durch E-Mails in Erscheinung getreten ist, in die Schuhe geschoben. Doch nun soll die Firma veräußert werden und der Käufer will den Boss unbedingt kennen lernen. Also engagiert Ravn den professionellen Schauspieler Kristoffer, der gegen entsprechende Bezahlung den Chef spielen soll. Doch als Kristoffer den geballten Hass "seiner" Angestellten zu spüren bekommt, beginnt er, von Ravns "Drehbuch" abzuweichen und droht, mit seinen Improvisationen den Verkauf der Firma zu verhindern.

Wenn der Schauspieler mit seinen ahnungslosen Laiendarstellern, also den Mitarbeitern, zu interagieren beginnt, kommt man sich vor, als sei man in einem absurden Theaterstück. Die Menschen reden aneinander vorbei, missverstehen sich und lassen sich zu irrealen, kaum nachvollziehbaren Handlungen hinreißen. Dass diese Bürogemeinschaft durch ihr Verhalten, das von Neid und Eifersucht, Karrieregeilheit und Existenzängsten geprägt ist, dennoch ein Spiegel unseres Alltags ist, lässt sich allein schon am Erfolg ähnlich gearteter Serien wie "The Office" oder dem deutschen Abbild "Stromberg" ablesen. Bei von Trier kommt dies nur ein bisschen intellektueller, ein bisschen "dogmatischer" daher, was auch an dem von ihm entwickelten Aufnahmeverfahren Automavision liegt, bei dem der Bildausschnitt per Zufallsprinzip festgelegt wird. Das Resultat: jede Menge Jumpcuts, also Sprünge in einer Einstellung, die wie Bildfehler wirken, und handelnde Personen, die teilweise nur im Anschnitt zu sehen sind. Dahinter verbirgt sich dann wohl hohe Filmkunst oder eben eine avantgardistische Komödie, bei der zwischen seichtem Geschwätz und fein austariertem Bonmot fast alles zu hören ist, was der Alltag in einem typischen dänischen Büro wohl so zu bieten hat. lasso.

Copyright © www.kino.de 2009.



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