Rolf Dieter Brinkmann (Eckhard Rhode) führte in den Sechzigerjahren ein höchst umstrittenes Schriftstellerleben. Bei einem denkwürdigen TV-Auftritt etwa beschimpfte er wüst Marcel Reich-Ranicki. Er hielt mit einem Aufnahmegerät seinen Alltag fest, seine Umwelt, die er als abstoßend empfand und entsprechend pessimistisch kommentierte. 1975 starb er im frühen Alter von 35 Jahren bei einem Verkehrsunfall.
Selten war eine Biografie origineller wie Harald Bergmanns ambitionierter Versuch, dem extravaganten Literaten Rolf Dieter Brinkmann visuell beizukommen. Mit Schauspielern und Kamerafrau Elfi Mikesch inszenierte er die Bilder zu Brinkmanns Tonbandaufnahmen nach, Eckard Rhode spielte etwa den Literaten.
Neugierig folgt man dem Schauspieler, der nicht nur äußerlich, sondern auch in Geste und Bewegungsablauf immer mehr mit dem echten Brinkmann zu verschmelzen scheint, hört ihm zu, wenn er über die Schlechtigkeit der Welt räsoniert, mit seinen wenigen verbliebenen Freunden diskutiert oder versucht, mit seinem sprachbehinderten Sohn zu kommunizieren.
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