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The Alamo Filmkritik

The Alamo Filmkritik

Film
The Alamo
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-08-20 17:56:37
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

"Remember the Alamo!" Dies war anno 1836 der motiverende Schlachtruf für texanische Soldaten im Rachefeldzug gegen den mexikanischen General Santa Anna, der zuvor nahezu 200 Männer nach 13-tägiger Belagerung des Fort Alamo massakriert hatte. Das ambitionierte und kostspielige Geschichtsepos vereint mit Dennis Quaid, Billy Bob Thornton und Jason Patric einige Topleute der zweiten Garde Hollywoods und ist - unter der Regie von "Rookie"-Regisseur John Lee Hancock deutlich um Authentizität und eine erzpatriotische Haltung bemüht.

Das historiengetreue Drama ist eines jener Big-Budget-Projekte, das bereits im Vorfeld viel nicht nur positive Publicity erhielt. Zunächst nach dem Oscar-Abräumer "A Beautiful Mind" als zweites gemeinsames Projekt von Ron Howard und Russell Crowe mit einem R-Rating und 135 Mio. Dollar Budget vorgesehen, landete der Stoff nach massiven Finanzbeschränkungen schließlich in den Händen von John Lee Hancock und wurde mit Dennis Quaid und Billy Bob Thornton in den Hauptrollen besetzt. Die ursprünglich vorgesehene Weihnachtsveröffentlichung (sowie die einhergehende Oscar-Kampagne) ließ Disney - angeblich nach unerfreulichen Testvorführungen - verstreichen. Irgendwie verständlich, denn das cineastische Äquivalent von zwei, teils etwas trockenen Geschichtsstunden ist zwar an sich reizvoll, aber nicht unbedingt der Fall des Massenpublikums. Im Gegensatz zu der überaus kontrovers angesehenen John-Wayne-Version von 1960 wird im Neufilm viel Wert auf historische Genauigkeit gelegt und blinde Heldenglorifizierung durch Humanisierung und Entmystifizierung der vier Hauptfiguren ersetzt.

Die Rede ist von der charismatischen Pionierlegende Davy Crockett (ein nuancenreicher Thornton), dem todkranken Colonel Jim Bowie (Jason Patric ist vorwiegend aufs Sterbelager verbannt), Lt. Colonel William Travis (Patrick Wilson) und dem General Sam Huston (Quaid). Die drei erstgenannten Männer finden sich zusammen im Fort Alamo in San Antonio wieder. Es ist Anfang 1836, Texas gehörte damals noch zu Mexiko. Das umkämpfte Fort hatte bereits symbolische Bedeutung erlangt, und der mexikanische General (und Präsident) Santa Anna (von Emilio Echevarria aus "Stirb an einem anderen Tag" als pfauenhafter und jungfernschändender Tyrann dargestellt) will den verachteten "Piraten" eine Lektion erteilen. Er marschiert mit einer übermächtigen Armee auf, die sich an den Außenmauern des Alamo positioniert und den Feind zunächst mit schlafraubenden Kanonenfeuer und enervierender Kapellenmusik zu demoralisieren trachtet. Dies führt zu einer der ergreifend-unauslöschlichen Szenen des Films, als der auf dem Dach Violine spielende Crockett harmonisch in das mexikanische Lied "Deguello" (durchgeschnittene Kehle) einfällt. Doch erinnernswerte Momente wie diese bleiben rar. Während der ungefähr ersten 90 Minuten setzt Hancock in erster Linie auf Charakterzeichnung, die ohne halbwegs fundierte Vorkenntnisse dennoch kaum ausreicht, um den Zuschauer wirklich mit und für die Protagonisten fühlen zu lassen. Andererseits verleiht eine gewisse Langatmigkeit in der Zeichnung der hoffnungslosen Atmosphäre den Eindruck, man würde als Zuschauer der 13-tägigen Belagerung unmittelbar beiwohnen. In Sachen Action geht es dann bei der eigentlichen Schlacht in der Morgendämmerung rund, bei der die Amerikaner mit Gewehrschüssen, Bajonettstichen und Kanonenexplosionen bis auf den letzten Mann grausam (wenn auch vergleichsweise blutarm) ausgerottet werden. Beendet wird das Geschichtsdrama schließlich mit dem späteren siegreichen Überraschungsangriffs Hustons, der Santa Anna zwingt, Texas den Amerikanern zu überschreiben. Ein bisschen Motivation für aufreibende kriegerische Auseinandersetzungen, in die sich die USA augenblicklich an den realen Krisenherden der Welt verstricken, muss dann eben doch sein. Remember the Alamo! ara.

Copyright © www.kino.de 2007.



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