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Wenn es Filme gibt, die Hollywood nicht zulassen dürfte, dann steht "Abgedreht!" oben auf der Liste. Die Komödie von Michel Gondry predigt Werte, die ganz und gar nicht nach den Vorstellungen der Medienkonzerne sind. Bei einem aberwitzigen Unfall lädt sich einer der beiden Helden (Komikerstar Jack Black) magnetisch auf und löscht dadurch das Inventar einer Videothek. Da Neuanschaffungen finanziell nicht möglich sind, greifen die Unglücksraben zur Kamera und drehen die populärsten Streifen im Do-it-yourself-Verfahren nach - mit Videokamera, Billig-Kostümen- und Effekten und viel, viel Fantasie.
Schnell werden die improvisierten Versionen in der Nachbarschaft zum Kult - ob "Robocop", "Ghostbusters", "Rush Hour 2" oder "Miss Daisy und ihr Chauffeur". Doch Hollywood lässt sich so viel Anarchie nicht gefallen - und die Möchtegernregisseure müssen ihren Einfallsreichtum erst recht bemühen, um allen Filmgroßkonzernen zu trotzen.
Das Handarbeits-Kino ist die Hauptattraktion des Films, und die Einfälle, mit denen Verfolgungsjagden oder Effektszenen nachgestellt werden, sind von höchster Skurrilität. Dafür bürgt auch Regisseur Michel Gondry, der mit Arbeiten für Björk oder Radiohead den modernen Videoclip revolutionierte und in Filmen wie "Vergiss mein nicht!" und "Science of Sleep" die Macht des Verrücktseins feierte. Aber ihm geht es nicht einfach darum, visuelle und erzählerische Gags aneinanderzuhängen.
"Abgedreht", für den er auch das Drehbuch schrieb, ist eine Hymne auf individuelle Kreativität in einem Zeitalter des Medieneinheitsbreis. Dazu passend gibt's auf der deutschen Website einen großen Film-Contest. Gondrys Film jedenfalls entwickelt sich international zum Kult. Dafür gibt es einen weiteren Grund: "Abgedreht" ist eine Liebeserklärung ans Kino. Das sollte sogar Hollywood gefallen.
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