4/02/2008 12:14
Madrid (dpa) - Außenseiter gewinnt spanischen Goya-Filmpreis: Als bester Film wurde in der Nacht zum Montag in Madrid das Melodram «La soledad» (Die Einsamkeit) des Regisseurs Jaime Rosales (37) ausgezeichnet.
Der Film über zwei Frauen, die gegen das Alleinsein kämpfen, war nur wenige Wochen in den Kinos und lockte lediglich rund 40 000 Zuschauer an. Rosales, der in dem Streifen mit einer zweigeteilten Leinwand arbeitet, um Parallelgeschichten erzählen zu können, erhielt außerdem den Regiepreis. Einer seiner Darsteller, José Luis Torrijo, wurde als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet.
Der große Favorit, der Gruselfilm «El orfanato» (Das Waisenhaus), heimste bei der 22. Verleihung der spanischen Filmpreise insgesamt sieben Auszeichnungen ein. Das Erstlingswerk von Juan Antonio Bayona war mit mehr als vier Millionen Zuschauern der Überraschungshit im abgelaufenen Kinojahr. Ein Hollywood-Remake ist bereits geplant. Der auf Videoclips spezialisierte Bayona bekam den Goya-Preis als bester Jungregisseur. Das Bürgerkriegsdrama «Las trece rosas» (Die dreizehn Rosen) von Emilio Martínez-Lázaro musste sich trotz 14 Nominierungen mit vier Preisen zufriedengeben.
Als beste Hauptdarstellerin wurde Maribel Verdú (37) für ihre Rolle in Gracia Querejetas Film «Siete mesas de billar francés» (Sieben Billardtische) ausgezeichnet. Der Streifen erzählt die Geschichte von zwei Frauen, die sich mit einem heruntergekommenen Billardsalon über Wasser zu halten versuchen. Der Preis des besten Hauptdarstellers ging an Alberto San Juan (40). Er spielt in Félix Viscarrets Erstlingswerk «Bajo las estrellas» (Unter den Sternen) eine Art Antihelden, der sich selbst findet.
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