25/02/2008 15:14
Potsdam (ddp-lbg) Die Verleihung des Oscars an die Studio-Babelsberg- Koproduktion «Die Fälscher» hat bei Politikern und Historikern in Brandenburg viel Beifall gefunden Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) würdigte die Ehrung am Montag in Potsdam als eine Bestätigung für die Professionalität des Medienstandorts Brandenburg. «Der Oscar strahlt auf Babelsberg», sagte Platzeck. Das Drama von Stefan Ruzowitzky, das für Österreich am Start war, hatte in Los Angeles in der Nacht zum Montag die Auszeichnung als bester nicht-englischsprachiger Film erhalten.
Der Film «Die Fälscher» erzählt die Geschichte jüdischer Gefangener im Konzentrationslager Sachsenhausen, die für die Nazis ausländisches Geld fälschten Das Sonderkommando mit rund 140 Häftlingen war nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von 1942 bis 1945 im Einsatz Der Film war im Frühjahr 2006 zu großen Teilen in Babelsberg gedreht worden. Er setzte sich in Los Angeles gegen Beiträge aus Kasachstan, Israel, Polen sowie Russland durch.
Das Studio Babelsberg wertete den Filmpreis als positives Signal für die deutsche Filmbranche Die Ehrung mache deutlich, dass deutsche Stoffe auch international funktionieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken In vergangenen Jahren hatten bereits die Studio Babelsberg-Koproduktionen «Der Pianist» sowie «Der ewige Gärtner» einen Oscar erhalten. 2007 war die Auszeichnung für das deutsche Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» vergeben worden.
Auch Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gratulierte dem Studio «Die Auszeichnung zeigt, dass Filme made in Babelsberg auf internationalem Top-Level produziert werden«, sagte er Der Erfolg lenke den Blick der Branche noch stärker auf den traditionsreichen Film- und Medienstandort.
Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, hob die Bedeutung der Auszeichnung als Anerkennung für das Lebenswerk des tschechischen Zeitzeugen und Buchautors Adolf Burger hervor »Bis heute berichtet er jungen Menschen über seine Erfahrungen als NS-Verfolgter«, sagte Morsch Er freue sich, dass der Überlebende des Fälscherkommandos die Verleihung in Los Angeles persönlich miterleben konnte. Burgers Buch »Des Teufels Werkstatt - Die größte Fälscheraktion der Geschichte" hatte die Vorlage für den Film geliefert.
Eine deutsche Produktion war dieses Jahr nicht nominiert Neben Fatih Akins «Auf der anderen Seite» war auch der rumänische Cannes-Gewinner «4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage» vorzeitig ausgeschieden Zur 80. Oscar-Verleihung hatten 63 Länder Filme eingereicht, so viele wie nie zuvor.
(ddp)
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