12/10/2009 16:07
Berlin (ddp) Regisseur Philipp Stölzl hat am Montag in Berlin die ersten Szenen seines Kinofilms «Goethe» nach 20 Drehtagen vorgestellt. Für die Geschichte aus Goethes Sturm- und Drangzeit um 1772 wollte Stölzl das Allroundgenie «entstauben». «Wir kennen Goethe als grauhaarigen Geheimrat. Der Stürmer und Dränger gewissermaßen als ´Barock-Sponti´ ist uns unbekannt. Aber: Auch Goethe war mal jung», sagte der Regisseur.
Gezeigt wird der junge Dichter in seiner Zeit als Referendar beim Reichskammergericht in Wetzlar Die Twen-Jahre Goethe zu zeigen, sei keine Demontage des Dichterfürsten, sagte Stölzl. Schließlich sei bekannt, dass Goethe ein großer Herzensbrecher und die Liebe sein großes Lebensthema gewesen sei.
Den 23-jährigen Goethe spielt Alexander Fehling Die Neuentdeckung Miriam Stein ist als wildgelockte und selbstbewusste Lotte Buff zu sehen. Die dramatische, unerfüllte Liebe zwischen dem Dichter und Lotte gab seinerzeit die Vorlage zum Meisterwerk «Die Leiden des jungen W.». Moritz Bleibtreu gibt Gerichtsrat Kestner, den Vorgesetzten Goethes, der als Nebenbuhler reüssiert und Lotte heiratet.
Unter der Obhut von Lottes Vater, gespielt von Burkhart Klaußner, und dem strengen Vater Goethes (Henry Hübchen) überrascht Goethe als junger Mann in einer Rolle, die dem Bildungsbürgertum bisher weitgehend unbekannt blieb: ein ungestümer Feingeist mit Charme, der auch vor manchen Kraftausdrücken nicht zurückschreckte
Der Film sei, wie Christoph Stölzl betonte, kein Streifen für Literaturkenner Eher gehe es darum, «die Figur aus dem Geist des Films zu begreifen und den Rest getrost zu vergessen». Die frische Sicht auf Goethe sei eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit, sagte Moritz Bleibtreu: «Ich freue mich, dass wir Deutschen unsere Geschichten wiederfinden und wünsche mir einen freieren Umgang mit der deutschen Geschichte.»
Der Film soll voraussichtlich im Herbst/Winter 2010 in die Kinos kommen
(ddp)
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